Übernahmepoker
MAN und Scania schmollen

Die Fronten zwischen den LKW-Herstellern MAN und Scania sind verhärtet: Während sich Scania zurückhält, unmittelbar direkte Verhandlungen über ein Zusammengehen von MAN und Scania einzuleiten, wartet MAN-Chef Håkan Samuelsson jetzt auf ein Signal aus Schweden. Nach Angaben des Münchner Unternehmens herrscht derzeit aber Funkstille.

STOCKHOLM / MÜNCHEN / FRANKFURT. MAN werde keine weiteren Vorstöße in dieser Angelegenheit unternehmen, hieß es. Dagegen sagte Scania-Sprecherin Cecilia Edström den Handelsblatt, dass man auf einen Kontakt seitens MAN warte. „Solange MAN nur über die Presse mit uns kommuniziert, sagen wir nichts“, erklärte sie. Man habe am Scania-Stammsitz in Södertälje zur Kenntnis genommen, dass MAN Bedingungen für eine Rücknahme seines Übernahmeangebots gestellt habe, werde das aber nicht kommentieren, bevor die Münchner nicht direkt mit Scania verhandeln würden.

MAN hatte am Montag erklärt, dass man das bestehende Übernahmeangebot nicht bedingungslos zurückzuziehen. MAN verlangt von Scania unter anderem Sicherheiten, die ein feindliches Übernahmeangebot seitens der Schweden gegen MAN ausschließen. Außerdem müsse es eine Perspektive für ein Gelingen der Fusion geben.

Kern des MAN-Angebots ist die Gründung einer neuen Aktiengesellschaft nach europäischem Recht, unter der die Marken Scania und MAN angesiedelt werden sollen. Dadurch würde der größte LKW-Hersteller Europas entstehen. VW will seine LKW-Produktion in Brasilien in diese Verbindung einbringen. Außerdem ist VW an einer engen Zusammenarbeit des LKW-Konzerns mit der eigenen Transporter-Sparte interessiert. MAN betonte am gestrigen Dienstag, man fühle sich von VW unterstützt, Konzernchef Bernd Pischetsrieder habe die industrielle Logik und die Synergiepotenziale des Zusammenschlusses bestätigt. VW ist auch Großaktionär von MAN.

Auch beim zweitgrößten Scania-Aktionär Investor bestätigte ein Sprecher dem Handelsblatt „eine gewisse Logik“ für die LKW-Ehe. Allerdings gäbe es auch immer „Gefahren mit solchen Fusionen“. Man werde die neue Situation aber erst dann kommentieren, wenn das MAN-Angebot vom Tisch sei.

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