Übernahmepoker um Scania
Pischetsrieder als Königsmacher

Im Übernahmepoker um den schwedischen LKW–Hersteller Scania durch MAN hält der VW-Vorstandsvorsitzende Bernd Pischetsrieder seine Karten noch bedeckt: Als Vorsitzender des Scania-Aufsichtsrats hat er am Wochenende das MAN-Angebot erst einmal abgelehnt und am Montag als Chef des Großaktionärs VW noch einmal nachgelegt: „Eine Annahme des von MAN vorgelegten Angebots für Scania entspräche nicht dem industriellen Interesse“ von VW, ließ er mitteilen.

FRANKFURT. Doch trotz der Ablehnung, die nach Informationen aus Konzernkreisen die Münchener MAN zu einer Aufstockung ihrer Offerte zwingen soll, ist Pischetsrieder durchaus an einer erfolgreichen Übernahme interessiert. Dabei lautet das Motto: Einfluss geht vor Geld. VW möchte gerne einen möglichst großen Teil seiner Scania-Anteile in MAN-Aktien tauschen. Je höher der Preis für Scania, desto größer der spätere Einfluss, heißt es in der Branche.

Für VW bietet eine Beteiligung an MAN-Scania die Chance für die Neuordnung des Nutzfahrzeug-Geschäfts, das im vergangenen Jahr mit 7,3 Mrd. Euro knapp acht Prozent zum Konzernumsatz beigetragen hat und erstmals nach Jahren wieder Gewinne abliefert. Doch einiges, beispielsweise die Produktion schwerer LKWs und großer Busse in Brasilien, passt nicht so recht in den VW-Konzern, der Vertrieb von Transportern ist nicht schlagkräftig genug.

Für das laufende Jahr verspricht VW-Nutzfahrzeug-Chef Bernd Wiedemann zwar, das operative Ergebnis weiter deutlich zu verbessern, räumt aber auch ein, dass die Sparte bei der Rentabilität hinterher hinkt. Wiedemann begründet das mit den Milliardeninvestitionen der vergangenen Jahre, die der Sparte moderne Produktionsanlagen und Prozesse sowie eine junge Produktpalette vom Stadtlieferwagen Caddy bis zum 45-Tonner beschert haben. Nun gilt es, diese Palette effizienter zu vermarkten.

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