Übernahmeschlacht
Arcelor-Führung ist sich ihrer Sache sicher

Der luxemburgische Stahlkonzern Arcelor scheint sich seiner Sache sehr sicher: Nicht nur, dass er das Werben des Branchenprimus Mittal weiterhin brüsk zurückweist, auch die eigenen Aktionäre stößt das Management vor den Kopf. Die Arcelor-Führung hat sich auf die Fusion mit der russischen Severstal eingeschossen.

HB LUXEMBURG. Dem weltgrößten Stahlriesen Mittal Steel, der den Branchenzweiten seit viereinhalb Monaten bedrängt, wurde am Montag ein klare Absage erteilt. Gleichzeitig sieht Arcelor alle Hindernisse aus dem Weg geräumt, um seinerseits die bis Ende Juli geplante Fusion mit dem russischen Stahlunternehmen Severstal unter Dach und Fach zu bringen. Dieser Zusammenschluss soll auch dazu dienen, sich dem Zugriff des indischen Stahlmilliardärs Lakshmi Mittals zu entziehen.

Vor allem stand die Frage im Raum, wie auf die Kritik von Arcelor-Aktionären reagiert werden sollte, die die Abstimmungsregel über eine Fusion mit Severstal ändern wollen. Die Kritiker, die immerhin für 29 Prozent des Aktienkapitals stehen, hatten eine außerordentliche Hauptversammlung verlangt. Sie wollten den Abstimmungsmodus derart ändern, dass zwei Drittel des anwesenden Kapitals für eine Entscheidung gegen die Fusion mit Severstal ausreichen würden. Doch Arcelor wiegelte ab. Dem Wunsch der kritischen Aktionäre werde nicht entsprochen. Es gebe eine Hauptversammlung am 30. Juni und da könne mit 50 Prozent des gesamten

Aktienkapitals ein Veto eingelegt werden.

Dass dies eine nahezu unüberwindbare Hürde oder eine undemokratische Abstimmungweise sein könnte, glaubt die Arcelor-Führung nicht. Bei Arcelor-Hauptversammlungen ist üblicherweise nur ein Drittel des gesamten Kapitals anwesend ist; eine 50-Prozent-Mehrheit zu bekommen ist deswegen nahezu unmöglich. Es handele sich um eine „derart schwer wiegende Frage, dass die Aktionäre selber entscheiden müssen, ob sie präsent sein wollen oder nicht“, hatte Verwaltungsratsvorsitzender Joseph Kinsch erklärt.

Konkurrent Mittal kritisiert das Vorgehen. Die Aktionäre sollten das Sagen haben über solch eine Entscheidung, hieß es. In fast allen Ländern der Erde sei es so, dass zwei Drittel der anwesenden Aktionäre bei einer Versammlung einer derartige Entscheidung positiv bescheiden, nicht aber 50 Prozent des gesamten Kapitals ein Veto einlegen müssten. „Das ist eine Scheindemokratie, die da ins Leben gerufen wird“, sagte eine Mittal-Sprecherin.

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