Übernahmeschlacht
Böser Brief an Hochtief wegen Katar-Einstieg

Der Ton in der Außeinandersetzung zwischen Hochtief und ACS wird immer rauer. Nun gab es einen bösen Brief an den deutschen Baukonzern wegen der geplanten Kapitalerhöhung, die von Analysten als Befreiungsschlag im Abwehrkampf gegen den spanischen Angreifer ACS gewertet wird.
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HB DÜSSELDORF. Der Hochtief - und ACS-Anteilseigner Southeastern Asset Management kritisierte in einem Brief an Hochtief-Aufsichtsratschef Detlev Bremkamp, der Reuters am Donnerstag vorlag, vor allem den Preis für die neuen Aktien, mit denen Hochtief das Emirat Katar an Bord nehmen will. Dieser liege weit unter realistischen Preisen und vernichte deshalb Werte. Southeastern Asset Management fordert deshalb den Rücktritt aller Mitglieder des Aufsichtsrats und der Vorstände, die bei Hochtief an der Entscheidung für die Kapitalerhöhung und der Festlegung des Preises beteiligt waren. Eine Hochtief-Sprecherin bestätigte die Existenz des Briefs, wollte darüber hinaus aber keinen Kommentar abgeben.

Katar soll 57,114 Euro pro Hochtief-Aktie zahlen, am Donnerstag notierte das Papier bei 64,79 Euro. Southeastern Asset Management sei "schockiert" und verlange, dass die Entscheidung zur Kapitalerhöhung rückgängig gemacht werde, hieß es in den Brief weiter. Es sei unverständlich, dass Hochtief einen Anteil von zehn Prozent mit einem neunprozentigen Rabatt auf den Schlusskurs vom 11. November an Katar reichen wolle.

Hochtief-Chef Herbert Lütkestratkötter hatte gesagt, die Partnerschaft mit Katar sei langfristig angelegt und nutze dem Unternehmen sowie seinen Anteilseignern. Der Ausgabepreis für die neuen Aktien sei "nahe am aktuellen Börsenkurs", hatte Hochtief betont.

Der Essener Konzern hatte am Montag erklärt, er habe die Qatar Holding LLC als Anteilseigner gewonnen. Hochtief erhöhe das Grundkapital um rund zehn Prozent - unter Ausschluss des Bezugsrechts der bestehenden Aktionäre, unter denen sich auch der spanische Angreifer ACS befindet. Das Investmentunternehmen des Emirats Katar werde später 9,1 Prozent am neuen Grundkapital halten. Der Ausgabepreis je Aktie betrage 57,114 Euro. Damit flössen Hochtief rund 400 Millionen Euro zu.

Hochtief und die Qatar Holding wollten ihre Zusammenarbeit ausbauen und weitere Bereiche für Kooperationen erkunden. Ein Gremium des Hochtief-Aufsichtsrates, in dem keine ACS-Vertreter sitzen, hatte der Kapitalerhöhung zugestimmt. Der Chef der Gewerkschaft IG Bau, Klaus Wiesehügel, wollte die Rücktrittsforderung über einen Sprecher nicht kommentieren. Wiesehügel ist Mitglied des Aufsichtsrats.

ACS hatte am 1. Dezember ein Übernahmeangebot für Hochtief vorgelegt, es läuft bis zum 29. Dezember. ACS bietet jeweils acht eigene Aktien im Tausch gegen fünf Hochtief-Anteile. Der Einstieg Katars erschwert ACS die Übernahme, da der Anteil des spanischen Angreifers verwässert wird - er sinkt nach Hochtief-Angaben auf gut 27 von bisher knapp 30 Prozent. ACS hatte am Mittwoch mitgeteilt, bislang habe noch kein Hochtief-Aktionär die Offerte angenommen.

Kommentare zu " Übernahmeschlacht: Böser Brief an Hochtief wegen Katar-Einstieg"

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  • "Der Ton... wird der Ton immer rauer."
    "Nun gab es einen bösen an den deutschen..."

    2 Sätze, beide falsch, Note: 6!!!

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