Übernahmeschlacht
Hochtief baut auf australische Tochter

Hochtief hat das höchste Gremium Australiens für Übernahmen eingeschaltet. Es soll den spanischen Konzern ACS zwingen, für die australische Hochtief-Tochter Leighton ein Übernahmeangebot abzugeben. Das könnte die gesamte Übernahme zum Scheitern bringen, weil es die Finanzkraft der Spanier arg strapazieren würde.
  • 0

SYDNEY/DÜSSELDORF. Hochtief zieht im Abwehrkampf gegen ACS alle Register. Jetzt schaltet der Essener Baukonzern das höchste Gremium Australiens für Übernahmen ein, das sogenannte Takeovers Panel. Es soll den spanischen Konzern ACS zwingen, für die australische Hochtief-Tochter Leighton ein Übernahmeangebot abzugeben. Das könnte die gesamte Übernahme zum Scheitern bringen, weil es die Finanzkraft der Spanier arg strapazieren würde. Diese ächzen bereits unter Nettoschulden von 10,4 Milliarden Euro.

Der Essener Konzern war mit seinem Antrag im ersten Anlauf bei der australischen Wertpapieraufsicht ASIC gescheitert. Sie lehnte gestern ab, von ACS ein Übernahmeangebot für die freien Leighton-Aktionäre zu fordern - zur Freude des Angreifers: "Wir begrüßen die Entscheidung der ASIC und haben sie auch erwartet", sagte eine ACS-Sprecherin.

Nun versucht Hochtief, das Takeovers Panel zu überzeugen. Sollte sich dieses der Sicht der Essener anschließen, könnte ACS doch zu einem Übernahmeangebot an die Minderheitsaktionäre gezwungen werden. Denn das Panel kann Entscheidungen der ASIC ändern.

Hochtief will so den Übernahmecoup von ACS vereiteln. Die Spanier halten bereits knapp 30 Prozent an Hochtief und streben durch einen Aktientausch die Mehrheit an. Der ist mit umgerechnet 55,68 Euro wenig attraktiv: Gestern notierte Hochtief bei knapp 62 Euro.

Branchenbeobachter vermuten, dass die Spanier vor allem an der wertvollen Hochtief-Beteiligung Leighton interessiert sind. Am dem Bau- und Bergbaukonzern ist Hochtief mit knapp 55 Prozent beteiligt. Der Börsenwert von Leighton ist mit fast acht Milliarden Euro etwa doppelt so hoch wie der von Hochtief.

Seite 1:

Hochtief baut auf australische Tochter

Seite 2:

Kommentare zu " Übernahmeschlacht: Hochtief baut auf australische Tochter"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%