Übernahmeschlacht im Pharmamarkt
Kampf um Generikakonzern Pliva geht in die nächste Runde

Der Kampf um die Übernahme des kroatischen Generikaherstellers Pliva geht in die nächste Runde. Die isländische Actavis übertrumpft mit ihrem neuen Angebot das Konkurrenzgebot des US-Pharmakonzerns Barr Pharmaceuticals.

HB ZAGREB/LONDON. Der isländische Konkurrent Actavis kündigte am Donnerstag eine um zehn Prozent aufgestockte Offerte von 795 Kuna je Aktie (rund 108 Euro) plus eine Sonderdividende von zwölf Kuna für Pliva an. Das neue Angebot bewertet den größten osteuropäischen Arzneimittelhersteller mit rund 2,5 Mrd. Dollar und übertrumpft das Konkurrenzgebot des US-Pharmakonzerns Barr Pharmaceuticals um sieben Prozent. Barr bietet den Pliva-Eignern 743 Kuna je Dividendenpapier plus eine Sonderdividende von zwölf Kuna.Barr will die Gegenofferte prüfen und sich bis Ende kommender Woche dazu äußern.

„Unser erhöhtes Angebot unterstreicht unser Bekenntnis dazu, Pliva in die Gruppe zu bringen“, erklärte Actavis-Chef Robert Wessman. Das Unternehmen kontrolliert nach eigenen Angaben bereits 20,8 Prozent des Pliva-Aktienkapitals. Die Finanzierung der geplanten Übernahme sei mit den Bankhäusern JP Morgan, HSBC, UBS und Landesbanki sichergestellt.

Barr und Actavis liefern sich bereits seit geraumer Zeit ein Tauziehen um das kroatische Unternehmen. Barr machte am Donnerstag keine Angaben dazu, ob es seine Offerte nun auch erhöhen will. Ein Actavis-Sprecher sagte, das Unternehmen wolle seine neue Offerte Mitte kommender Woche offiziell vorlegen. Das Unternehmen hat dafür offiziell eine Woche Zeit. Der Bieterkampf um Pliva kann noch 60 Tage lang nach Vorlage des Actavis-Gebotes weitergehen. Bis Anfang November sollte der Kampf dann ein Ende gefunden haben.

Wer auch immer von den beiden Rivalen letztlich den Zuschlag für Pliva bekommt, wird zum weltweit drittgrößten Hersteller von Nachahmermedikamenten nach den Branchengiganten Teva aus Israel und der Schweizer Novartis aufsteigen.

Die Pliva-Aktie reagierte mit einem Kurssprung von 5,6 Prozent auf 824 Kuna. Im Vorfeld der erwarteten Actavis-Offerte hatte die Börse in Zagreb die Pliva-Aktie zeitweilig vom Handel ausgesetzt.

Barr hatte sein offizielles Übernahmeangebot im Volumen von mehr als 2,3 Mrd. Dollar bereits vorgelegt. Das Angebot steht nach früheren Angaben des US-Konzerns nur unter der Bedingung, dass der Konzern Zugriff auf mehr als 50 Prozent der Pliva-Aktien erhält. Der Aufsichtsrat von Pliva hatte die Offerte begrüßt und mitgeteilt, das Angebot spiegele den fairen Wert des Unternehmens wider.

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