Übernahmeschlacht
Sanofi-Aventis greift bei Genzyme offen an

In der milliardenschweren Übernahmeschlacht um das US- Biotechnologieunternehmen Genzyme geht Sanofi-Aventis in die Offensive. Gegen den Widerstand der Genzyme-Führung legte der Pharmakonzern heute ein offizielles Angebot vor.
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HB PARIS. In dem seit Monaten dauernden Übernahmekampf um das US-Biotechnologieunternehmen Genzyme schärft der französische Pharmakonzern Sanofi-Aventis seine Messer. Mit einem feindlichen Gebot über 18,5 Mrd. Dollar wenden sich die Franzosen jetzt direkt an die Genzyme-Aktionäre. Eine freundliche Offerte war bereits länger auf dem Tisch, wurde von Genzyme jedoch als zu niedrig zurückgewiesen.

Sanofi erklärte am Montag, das feindliche Gebot rühre daher, dass das Genzyme-Management nicht zu konstruktiven Gesprächen bereit sei. Analysten hatten den Schritt erwartet, gehen aber trotzdem davon aus, dass Sanofi sein Angebot für die Amerikaner noch versüßt. Das schloss auch Sanofi-Chef Chris Viehbacher nicht aus.

Genzyme wäre seit dem Kauf von Aventis vor sechs Jahren die größte Übernahme für Sanofi. Biotechkonzerne stehen bei den internationalen Pharmaunternehmen schon seit längerem ganz oben auf der Wunschliste der Übernahmeziele. Denn viele ihrer umsatzstarken Medikamente verlieren in absehbarer Zeit den Patentschutz. Damit sind die Konzerne einerseits der starken Konkurrenz durch Nachahmermedikamente ausgesetzt.

Zudem liefern die Konzernlabors oft nicht ausreichend Nachschub an neuen Wirkstoffen, um die Ausfälle auszugleichen. Erst unlängst musste Sanofi sein Gewinnziel 2010 senken, nachdem in den USA ein Generikum für den umsatzstarken Blutverdünner Lovenox genehmigt worden war. Genyzme ist auf teure Medikamente zur Behandlung von seltenen Krankheiten spezialisiert.

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