Übernahmespekulation
Explorationsfirmen sind heiß

An der Börse London vergeht kaum ein Tag ohne neue Übernahmegerüchte, gerade bezüglich Ölexplorationsfirmen. Zuletzt gab es jedoch kaum handfeste Entwicklungen zu vermelden. So scheiterte eine Übernahme von Burren Eenrgy am hohen Preis. Auch wenn zukünftig mit wenig Fusionen gerechnet wird – die britischen Spezialfirmen bleiben begehrt.

LONDON. Britische Öl- und Gasexplorationsfirmen dürfen in keinem Börsenbericht aus London fehlen. Je stärker die Ölpreise steigen und je schwerer der Zugang zu neuen Ressourcen wird, desto stärker werden die Kurse der mittelgroßen Explorationsfirmen von Übernahmespekulationen getrieben. Tatsächlich hat es bisher jedoch nur wenige Fusionen gegeben. Am Montag gab der italienische Energiekonzern Eni sein Werben um die Explorationsfirma Burren Energy auf – weil ihm der Preis zu hoch wurde.

Britische Explorationsfirmen sind begehrt, unter anderem weil sie aus der Nordsee Erfahrung mit der Erschließung und Förderung von Öl- und Gasvorkommen unter dem Meeresboden haben. Die letzten großen Übernahmen liegen jedoch Jahre zurück. 2002 kaufte der Ölmulti Royal Dutch Shell die Enterprise Oil für 4,3 Mrd. Pfund (umgerechnet sechs Mrd. Euro). Vor zwei Jahren gab es eine Fusion unter den mittelgroßen Branchenvertretern, als die kanadische Talisman Energy die Nordseefirma Paladin Resources für 1,2 Mrd. Pfund schluckte.

Als potenzielle Käufer für britische Explorationsfirmen gelten internationale Energiekonzerne, die so ihre Reserven aufstocken könnten. Viele Vorkommen, die die kleineren Unternehmen erschließen, sind jedoch für Ölmultis nicht groß genug. Für sie würde sich eher der Griff nach dem mit Abstand größten unabhängigen Öl- und Gasförderer, der BG Group, lohnen. Er hat allerdings gerade vor der brasilianischen Küste als Junior-Partner von Petrobras den größten Ölfund seit sieben Jahren gemacht und ist an der Börse nun runde 33 Mrd. Pfund wert.

Die kleineren Branchenvertreter sind hingegen lohnende Ziele für Energieversorger, die sich eigene Ressourcen zulegen wollen. So hat RWE 2002 mit dem Kauf von Highland Energy für gut 100 Mill. Euro Nordsee-Gasfelder erworben. Eon kaufte 2005 für 690 Mill. Euro Caledonia Oil and Gas. Eine dritte Gruppe von Interessenten sind staatlich kontrollierte Konzerne aus Russland, China und Indien, die sich Reserven oder technologische Kompetenz einkaufen wollen. Gazprom ist einer der potenziellen Bieter, die zuletzt oft genannt wurden.

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