Übernahmespekulationen
Demag Cranes stellt auf Attacke

Demag Cranes steht im Zentrum von Übernahmespekulationen. Jetzt bestätigte der Kranehersteller ein Interesse der Konkurrenz, lehnte aber eine Fusion ab. Demag Cranes will stattdessen selbst in die Offensive gehen - und selber zukaufen.
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FRANKFURT. In der jüngsten Vergangenheit seien unverbindliche Interessensbekundungen ausländischer Unternehmen eingegangenen, teilte der im M-Dax notierte Konzern heute mit. Dabei handelt es sich unter anderem um den finnischen Wettbewerber Konecranes. Vorstand und Aufsichtsrat von Demag Cranes entschieden sich aber gegen Gespräche mit der Konkurrenz.

Der Konzern rechnet sich aus einem Alleingang bessere Wachstumschancen aus. Demag Cranes ist weltweit führend beim Bau von Hafenkränen und nimmt eine starke Position im Geschäft mit Industriekranen ein. Solide Erlöse steuert auch der Servicebereich zur Konzernbilanz bei.

Konecrones bestätigte am Nachmittag sein Interesse an dem Düsseldorfer Unternehmen. Anfang September habe das Unternehmen dem Vorstand von Demag Cranes sein Interesse an einem Dialog über einen möglichen Zusammenschluss vorgetragen, teilte die Skandinavier mit. Allerdings habe die Gegenseite einen solchen zurückgewiesen.

Die finnische Gesellschaft hält die Tür für eine Fusion aber offen. Unter den Kranherstellern in Europa sei eine Konsolidierung notwendig, hieß es. Eine Verschmelzung beider Unternehmen sei im Interesse aller Beteiligten. Mit einem Jahresumsatz von 1,7 Mrd. Euro ist Konecranes fast doppelt so groß wie Demag Cranes, aber deutlich kleiner als Wettbewerber etwa aus Nordamerika.

Attraktiv für die Wettbewerber macht Demag Cranes die Sparte Hafenkräne. Experten erwarten hier in den kommenden Jahren ein starkes Wachstum. Länder wie Brasilien, China sowie in einigen Ländern Afrikas werden die Hafenkapazitäten erweitert, um Produkte in die globalen Warenströme einzuspeisen. Um davon zu profitieren, baut Demag Cranes seine Position in den Ländern aus.

Dabei baut der Konzern offenbar auch Zukäufe. Wegen finanzieller Probleme könnten einige Wettbewerber zu Übernahmekandidaten werden. Demag Cranes könnte dann aktiv am Konsolidierungsprozess teilnehmen, hieß es. Schwerpunkt sollten dabei Schwellenländer sein.

Die Übernahmeüberlegungen kommen zwar nicht überraschend, allerdings ist Demag Cranes noch selbst im Umbau. Der Konzern führt seine beiden Geschäftsfelder enger zusammen. Die Sparten Hafenkräne und Industriekräne waren lange Zeit nicht ordentlich miteinander verzahnt, Demag Cranes hatte sich damit also überflüssige Kosten aufgeladen.

Eine wichtige Rolle für die Zukunft der Gesellschaft spielt der Finanzinvestor Cevian Capital, der sich im Mai mit zehn Prozent beteiligt hatte. Cevian ist damit der größte Einzelaktionär. Über seine Pläne schweigt sich der Investor aus. Es wäre aber verwunderlich, wenn Civian tatenlos blieb. Denn getrieben von den Übernahmespekulationen kletterte die Demag-Aktie in dieser Woche um zehn Euro auf nun 37,35 Euro.

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