Übernahmestreit
VW und Porsche: Betriebsräte begraben Kriesgbeil

Wie verfeindete Indianer-Häuptlinge haben sich die Betriebsratschefs von Porsche und Volkswagen in den vergangenen Monaten bekriegt. Nun ist die Dauerfehde von Osterloh (VW) und Hück (Porsche) um die Mitbestimmung aber offenbar beigelegt. Zumindest ist der Termin vor dem Landesarbeitsgericht Baden-Württemberg für das Beschwerdeverfahrens verschoben worden, wie Porsche mitteilt.

mwb/mcs STUTTGART. Damit hätten alle Beteiligten Zeit gewonnen, um eine mögliche Einigung außergerichtlich zu verhandeln. Der Volkswagen-Betriebsrat war in einer ersten Klage gegen die Mitbestimmungsvereinbarung gescheitert. „Bernd Osterloh und ich haben uns geschworen, dass wir uns im Interesse von VW und Porsche einigen“, sagte der bisherige Porsche-Betriebsratschef Uwe Hück der Nachrichtenagentur Reuters.

„In der Krise, die auf uns zukommt, braucht es keinen Streit.“ Nach den von der IG Metall moderierten Gesprächen sei eine Einigung zur Mitbestimmungsvereinbarung in der Porsche Automobil Holding SE in Sichtweite, teilte Porsche mit. Offensichtlich haben sich beide Seiten aber bereits auf Eckpunkte eines Kompromisses verständigt. Daraus soll unter Beteiligung von Juristen bis Januar eine neue Mitbestimmungsvereinbarung erarbeitet werden. Terminlich würde das gut passen: Am 30. Januar 2009 findet die nächste Hauptversammlung Porsches statt. Gibt es eine Einigung, könnten dann auch bereits VW-Arbeitnehmervertreter in den Porsche-Aufsichtsrat einziehen.

Am Montag hatte Porsche bereits mitgeteilt, dass auf der konstituierenden Sitzung des Porsche-Betriebsrates VW-Gesamtbetriebsratschef Bernd Osterloh einstimmig zum Vorsitzenden des Betriebsrates der Porsche Holding SE gewählt worden sei. „Wir hatten eine gute konstituierende Sitzung mit guten Gesprächen, und auch in Sachen Mitbestimmungsvereinbarung sind Uwe Hück und ich auf einem guten Weg", sagte VW-Betriebsratschef Bernd Osterloh dem Handelsblatt. Den Porsche-AG-Betriebsratschef Hück wählten die Beteiligten zu Osterlohs Stellvertreter.

Die Besetzung des Betriebsrats der Porsche Holding, unter deren Dach das Fahrzeuggeschäft von Porsche und die Beteiligung an VW geführt wird, ist umstritten, da sich die VW-Mitarbeiter benachteiligt sehen. Im Betriebsrat und Aufsichtsrat der Porsche-Holding sind jeweils gleich viele Arbeitnehmervertreter von VW und Porsche vorgesehen. Da VW um ein Vielfaches größer ist, fühlt sich die Arbeitnehmervertretung der Wolfsburger nicht angemessen repräsentiert. Hück hatte bereits VW mehr Posten im Betriebsrat der Holding angeboten.

Porsche hält direkt 42,6 Prozent der Stammaktien von VW und Optionen auf weitere 31,5 Prozent. die noch für dieses Jahr geplante Übernahme der Mehrheit hatte sich wegen des hohen Kurses der VW-Aktie verzögert.

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