Übernahmskampf: Arcelor legt Wachstumsplan vor

Übernahmskampf
Arcelor legt Wachstumsplan vor

Der Stahlkonzern Arcelor wirbt im Kampf gegen eine feindliche Übernahme durch Mittal Steel mit einem Wachstumsplan um die Gunst der Aktionäre. Sie sollen mit den Zielen für die kommenden drei Jahre offenbar überzeugt werden, dass eine unabhängige Arcelor mehr verdient als nach einem Kauf durch den Weltmarktführer.

HB PARIS. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen solle in jedem Jahr zwischen 2006 bis 2008 und darüber hinaus steigen, teilte Arcelor am Montag mit. Für 2008 peile der Konzern ein Ebitda ohne Sonderposten von sieben Mrd. Euro an. Finanzchef Gonzalo Urquijo stellte gar ein höheres Ebitda in Aussicht. „Wenn die Dinge weiterlaufen wie bisher, könnten wir annehmen, dass wir 8,8 Mrd. erreichen“, sagte Urquijo in einer Telefonkonferenz zu Journalisten. Er fügte hinzu, dass in der Zukunft nicht mit sinkenden Stahlpreisen zu rechnen sei.

Zudem kündigte Arcelor an, seine progressive Dividenden-Politik fortsetzen zu wollen und alle Gewinne aus dem Verkauf von nicht-strategischem Vermögen den Aktionären zukommen zu lassen. Alle Zukäufe würden eine Kapitalrendite von mindestens 15 Prozent haben. Arcelor plant allerdings keine weiteren Zukäufe von kleineren Stahlunternehmen, um eine Übernahme zu verhindern.

Unternehmenschef Guy Dolle sagte indes, es werde kein Aktienrückkaufprogramm gestartet, um das 22,6 Mrd. Dollar schwere Übernahmeangebot von Mittal abzuwehren. In Anspielung auf den jüngsten Zukauf seines Unternehmens in Kanada fügte er hinzu: „Es wird kein zweites Dofasco geben.“

Der Vorsitzende des Arcelor-Aufsichtsgremiums, Joseph Kinsch, erklärte, er habe absolutes Vertrauen in den vorgestellten Wachstumsplan. „Dies bekräftigt die Entscheidung des Boards vom 29. Januar 2006, Mittals feindliches Angebot einstimmig abzulehnen.“

Arcelor-Aktien stiegen an der Börse in Paris nach Bekanntgabe des Plans um 0,82 Prozent. Mittal-Titel fielen in Amsterdam um 0,14 Prozent. Mittal-Gründer Lakshimi Mittal hatte nach einem Treffen mit Arcelor-Aktionären gesagt, er erfahre große Unterstützung für seine Offerte. Der Unternehmer will in Kürze die Regierungen von Frankreich, Spanien und Luxemburg informieren. Viele Politiker fürchten, dass die Fusion Arbeitsplätze kosten könnte. Zudem kritisieren sie, ihre Länder könnten möglicherweise die Kontrolle über eine Schlüsselindustrie verlieren.

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