Überraschender Schritt
Schrempps merkwürdiger Abgang

Nicht nur der Zeitpunkt des Rückzugs des Daimler-Chrysler-Chefs kommt überraschend. Auch die Begleitgeräusche lassen Branchenkenner stutzen. Es ist ein Abschied ohne Dankesformel.

HB STUTTGART. Entgegen sonst weit verbreiteter Praxis wird der 60-Jährige weder in den Aufsichtsrat des Autokonzerns einziehen, noch einen Beratervertrag erhalten. Nach 44 Jahren wird Schrempp, der auf Grund seiner gescheiterten Strategie von einer „Welt AG“ und der schlechten Performance der Aktie in den vergangenen Jahren immer wieder Zielscheibe der Kritik von Fondsmanagern und Aktionären war, vielmehr vollständig aus dem Unternehmen ausscheiden.

Und nicht nur das. Wie ein Sprecher auf Anfrage erklärte, erhalte Schrempp sein Gehalt nur noch bis Ende 2005 und „verzichte“ auf weitere Bezüge, die ihm vertraglich bis zum Jahr 2008 zugestanden hätten. „Er ist freiwillig gegangen nach einem Gespräch mit dem Aufsichtsrat“, sagte der Sprecher weiter. In der Pflichtmitteilung des Konzerns hatte es jedoch ausdrücklich geheißen, dass die Personalentscheidungen auf Beschluss des Aufsichtsrates erfolgen. Zudem fehlte jede in solchen Fällen sonst übliche Dankesbekundung in der Ad-hoc-Notiz von Daimler-Chrysler.

Auch die Nachfolge-Regelung kommt einem Nackenschlag für Schrempp gleich. Denn dieser hatte in den vergangenen Monaten den neuen Mercedes-Chef Eckart Cordes favorisiert. Sein designierter Nachfolger Dieter Zetsche war dagegen in Ungnade gefallen, weil er allzu deutliche Kritik wegen des Engagements bei japanischen Autobauer Mitsubishi geäußert hatte. Schrempp musste sich damals dem Druck aus den Reihen des Vorstands beugen und den Ausstieg bei Mitsubishi verkünden.

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