
DarmstadtDer Pharma- und Chemiekonzern Merck hat im zweiten Quartal überraschend rote Zahlen geschrieben und seine Gewinnprognose gesenkt. Wertberichtigungen, Integrationskosten im Zusammenhang mit der Übernahme des US-Laborausrüsters Millipore sowie Rückstellungen wegen des Entwicklungsabbruchs beim einstigen Pharma-Hoffnungsträger Cladribin gegen Multiple Sklerose drückten den Konzern ins Minus.
Nach Steuern blieb ein Verlust von 84 Millionen Euro, nachdem vor Jahresfrist noch ein Gewinn von 187 Millionen Euro ausgewiesen worden war, wie das Darmstädter Traditionsunternehmen am Mittwoch mitteilte. Analysten hatten im Schnitt für das Quartal mit einem Nettogewinn von 240 Millionen Euro gerechnet. Bei Anlegern kam die Nachricht nicht gut an. Merck-Aktien brachen vorbörslich um 4,5 Prozent ein.
Auch operativ drückten die Einmaleffekte Merck im zweiten Quartal ins Minus: In den Büchern stand ein operativer Verlust von 11,4 Millionen Euro nach einem operativen Gewinn von 326,2 Millionen Euro im Vorjahr. Der Konzernumsatz stieg im Zeitraum April bis Juni dagegen um 16 Prozent auf 2,56 Milliarden Euro.