Überraschendes Gewinnplus
China-Deals treiben Airbus an

Es sind gute Tage für Airbus: In China verkauft der Luftfahrtkonzern zunächst 130 Flugzeuge, jetzt steigt überraschend der Gewinn. Und die Rüstungssparte hat den nächsten Deal mit der Volksrepublik schon eingefädelt.

München/HefeiDie große Nachfrage nach Linienflugzeugen verleiht Airbus Schub. Im dritten Quartal zog der Betriebsgewinn um zwölf Prozent an auf 921 Millionen Euro, wie der europäische Luftfahrtkonzern am Freitag mitteilte. Analysten hatten mit einem Rückgang gerechnet.

Unter dem Strich sprang der Überschuss sogar um 42 Prozent auf 376 Millionen Euro nach oben. Das Unternehmen kündigte einen Aktienrückkauf im Umfang von einer Milliarde Euro an. Auch beim Umsatz übertraf Airbus mit einem Anstieg um sechs Prozent auf 14,07 Milliarden Euro die Erwartungen.

Vorstandschef Tom Enders bekräftigte die Jahresziele, wonach Umsatz, Gewinn und Dividende zulegen sollen. „Wir sind auf Kurs, unsere Prognose für das Geschäftsjahr zu erreichen.“ Zudem kündigte er eine Produktionsaufstockung beim Verkaufsschlager A320 an.

Mitte 2019 sollen 60 Maschinen dieses Typs pro Monat gebaut werden, sagte Enders. Reuters hatte am Donnerstag von Insidern erfahren, dass Airbus die Produktion aufstocken will und sich darauf mit seinen wichtigsten Zulieferern geeinigt hat. Bisher stellt der Flugzeugbauer rund 42 Maschinen des Typs A320 im Monat her. Geplant war bislang, die Produktion ab dem ersten Quartal 2017 auf 50 Flugzeuge zu erhöhen.

Für die Aufstockung auf 60 Maschinen weitet Airbus seine Produktion in Hamburg aus. Dort soll eine vierte Produktionslinie für den Mittelstreckenjet A320 entstehen. In Hamburg-Finkenwerder hat Airbus sein größtes deutsches Werk, der Standort war schon bei der Flugschau in Le Bourget im Juni für eine Produktionsausweitung im Gespräch.

Konkurrent Boeing hatte bereits angekündigt, ab 2018 pro Monat 52 Maschinen vom Typ 737 statt der bisherigen 42 zu bauen.

Airbus bekräftigte, trotz der Triebwerksprobleme bei der A320neo-Erprobung seien Zulassung und erste Auslieferungen weiterhin im vierten Quartal 2015 vorgesehen. Das A380-Programm sei „auf Kurs, 2015 die Gewinnschwelle zu erreichen“. Von Januar bis September zog das Betriebsergebnis des Luftfahrtkonzerns um acht Prozent auf 2,8 Milliarden Euro an. Unterm Strich schoss der Gewinn in den ersten neun Monaten um 36 Prozent nach oben, auf 1,9 Milliarden Euro.

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