Überwiegend mittelständische Unternehmen
Rekordumsatz für Maschinenbau in 2005

Für das kommende Jahr will der deutsche Maschinenbau den Wachstumskurs fortsetzen und strebt einen Umsatzrekord an.

HB FRANKFURT. „Es wird ein gutes Jahr für den Maschinenbau“, sagte der Präsident des Verbandes Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA), Dieter Brucklacher, der Nachrichtenagentur dpa in Frankfurt. „Der Umsatz könnte erstmals die Hürde von 150 Milliarden Euro nehmen.“ Im gerade zu Ende gehenden Jahr werde die Produktion real um fünf Prozent auf rund 136 Milliarden Euro zulegen - das ist das höchste Wachstum seit vier Jahren. Für 2005 geht die Branche von plus drei Prozent aus.

„Seit Monaten füllen die Aufträge unsere Bücher“, sagte Brucklacher. Der Zuwachs werde 2005 etwas geringer ausfallen, da sich die Investitionsgüter-Konjunktur in den wichtigen Märkten wie USA und China abschwäche. „Die Exportnachfrage wird aber stabil bleiben und entscheidende Impulse geben.“ Zudem belebe sich das Geschäft in Europa. Rund 70 Prozent der Maschinen „Made in Germany“ gehen in den Export. Mit Rückenwind der boomenden Weltkonjunktur waren die Aufträge aus dem Ausland in den ersten zehn Monaten 2004 um 17 Prozent gestiegen.

Als Bedrohung sieht Brucklacher die Rohstoffpreise sowie den starken Euro. „Das ist der Risikofaktor Nummer eins. Der drückt auf die Stimmung und auf die Margen.“ Spätestens ab einem Kurs über 1,20 Dollar sei die Schmerzgrenze überschritten. Seit Wochen liegt der Euro über der Marke von 1,30 Dollar. Mit einem Anteil am Welthandel von 19,3 Prozent liegt der deutsche Maschinenbau unverändert auf dem ersten Rang vor Japan und den USA. „China ist inzwischen der fünftgrößte Maschinenbauproduzent. Wir haben Riesenprobleme mit imitierten Produkten aus China“, beklagte Brucklacher.

Im nächsten Jahr will die Branche mit rund 5 700 überwiegend mittelständischen Unternehmen im In- und Ausland wachsen. Der Maschinenbaupräsident erwartet, dass sich der Investitionsstau auflöst und die ausländische Konjunktur auf die Inlandsnachfrage durchschlägt. „Dieser Prozess ist bereits in Gang gekommen.“ Im laufenden Jahr hätten die Inlandsorders bisher bereits um knapp 10 Prozent gegenüber dem Vorjahr zugelegt.

Das Wachstum wird nach VDMA-Angaben aber keine höhere Beschäftigung nach sich ziehen, weil ihm Rationalisierungen gegenüberstehen. „Es ist im nächsten Jahr kein signifikanter Stellenaufbau möglich, die Beschäftigtenzahl könnte allenfalls um 0,5 Prozent steigen.“ Derzeit zählt die deutsche Schlüsselindustrie 870 000 Mitarbeiter.

Der Verbandspräsident, der selbst Geschäftsführer des Maschinenbauers Leitz in Oberkochen ist, forderte mehr Flexibilität bei Arbeitszeit und Entlohnung. „Die tarifliche Sollarbeitszeit ist im Weltmaßstab konkurrenzlos niedrig, dies ist eine Standortschwäche“, kritisierte Brucklacher. „Wichtiger als die generelle Einführung der 40-Stunden-Woche sind betriebliche Freiräume innerhalb der Arbeitszeit wie zum Beispiel Arbeitszeitkonten.“

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