UEFA-Sponsor
Conti hält sich bei EM in Ukraine zurück

Der Fußballsponsor Continental sieht sich bei der Problemlösung in der Ukraine nicht in der Pflicht. Der Sport könne dazu dienen, Brücken zu bauen, sei aber letztlich kein Treiber von Politik, sagt Reifenvorstand Setzer.
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DüsseldorfDer deutsche Reifenhersteller und Fußballsponsor Continental sieht die Politik in der Verantwortung für Veränderungen in der Ukraine, neben Polen Austragungsort der anstehen Fußball-Europameisterschaft UEFA Euro 2012. „Grundsätzlich sollten politische Themen wie die aktuelle Lage in der Ukraine, die ja in der Tat als schwierig zu bezeichnen ist, auch von der Politik gelöst werden“, sagte Contis Reifenvorstand Nikolai Setzer dem Handelsblatt. Der Sport könne dazu dienen, Brücken zu bauen, sei aber letztlich kein Treiber von Politik.

Der MDax-Konzern Continental ist seit Jahren offizieller Sponsor des weltweiten Fußballverbands FIFA und des europäischen Verbands UEFA. „Fußball ist eine wichtige Plattform für Continental als Reifenmarke. Die Attribute Technik, Präzision und Leidenschaft dieses Sports passen hervorragend zu uns“, unterstrich Setzer. Alles in allem werde das Unternehmen trotz der aktuellen Debatte um die politischen Verhältnisse in der Ukraine seine Marketing-Strategie fortsetzen und sich auch bei zukünftigen Turnieren engagieren. 

Allerdings fällt das Engagement von Europas führendem Reifenhersteller in der Ukraine geringer aus als sonst. „Rein geschäftlich gesehen ist die Ukraine für Conti ein kleiner Reifen-Importmarkt. Für uns heißt das: Wir werden schon aus diesem Grund dort sicher weniger Flagge zeigen als bei vergleichbaren Veranstaltungen, etwa 2008 in Österreich, 2014 in Brasilien oder 2016 in Frankreich“, sagte Vorstand Setzer. Conti ist nicht nur Sponsor der Euro 2012, sondern auch exklusiver Reifenpartner. 

Anders geht das Unternehmen im zweiten Gastgeberland der Europameisterschaften vor. „Polen ist ein sehr wichtiger Markt für uns. Wir sind seit nunmehr über 100 Jahren in Polen vertreten und unser Marktanteil mit Pkw-Reifen liegt dort sogar deutlich über dem durchschnittlichen Anteil, den wir in Europa haben“, so Setzer. „Die Europameisterschaft bietet uns in Polen eine tolle Plattform, diese Position weiter auszubauen und für die im Sommer startende Winterreifensaison intensiv zu nutzen.“

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  • Klare Absprachen sind immer gut: Wenn Verantwortliche ihren Sportlern versichern, dass sie im Falle einer Meinungsäußerung hinter ihnen stehen. Sie aber aufzufordern, konkret Missstände öffentlich zu thematisieren, halte ich für bedenklich. Es geht vor Ort um Macht und Millarden, für die ein Menschenleben nicht viel zählt, solle es sich andeuten, dass es gelingt die Öffentlichkeit wirksam zu mobilisieren. Da könnte es schon mal einen tragischen Unfall geben. Conti hat Recht: Wo sind die Politiker, die sich mit diesen Aufgaben auseinandersetzen? Haben wir einen Außenminister und wenn ja wo ist er?
    Es ist einfach, sich für die "gute Sache" in D einzusetzen, um dann zu erklären, man habe seine jungen Sportler als Botschafter in das Fallout-Gebiet von Tschernobyl geschickt um dort den Herrschenden die Meinung zu sagen.

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