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22.07.2008 
Abwehrkampf gegen Schaeffler

Um Conti-Chef Wennemer wird es einsamer

Der Widerstand gegen eine Conti-Übernahme bröckelt zusehends. Nach mehreren Vertretern aus der Autoindustrie hat sich auch Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU) wohlwollend zu dem Angebot der Schaeffler-Gruppe geäußert. Aber auch der Betriebsrat versagt Continental-Chef Manfred Wennemer die uneingeschränkte Rückendeckung. Der Conti-Chef hat sich vor der mit Spannung erwarteten Aufsichtsratsitzung allerdings neue Munition besorgt.

Um Continental-Vorstandschef Manfred Wennemer wird es in seinem Kampf gegen die übernahmehungrige Schaeffler-Gruppe immer einsamer. Foto: dpaLupe

Um Continental-Vorstandschef Manfred Wennemer wird es in seinem Kampf gegen die übernahmehungrige Schaeffler-Gruppe immer einsamer. Foto: dpa

HANNOVER. Nach VW und Porsche sprach sich auch Opel-Chef Hans Demant für einen Zusammenschluss der beiden Zulieferer aus. "Ich finde, die Verbindung wäre positiv", sagte Hans Demant dem Handelsblatt. Beide Firmen ergänzten sich gut. Conti sei in der Elektronik stark, Schaeffler dagegen in der Mechanik. In der vergangenen Woche hatte sich bereits VW-Chef Martin Winterkorn für ein Zusammengehen von Schaeffler und Conti ausgesprochen.

Vorsichtig positiv beurteilte auch Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU) das Geschäft. "Die bisherigen Erfahrungen mit der Familie Schaeffler zeigen, dass es sich um sehr seriöse, zuverlässige Investoren handelt", sagte er dem Handelsblatt mit Blick auf die Skepsis in Hannover. Glos ist mit der Familie bestens bekannt, weil sie auch den Wälzlagerherstellers FAG Kugelfischer in der Stadt Schweinfurt übernommen hatte, die in seinem Bundestagswahlkreis liegt. Ihm als Wirtschaftsminister komme in dem Geschäft aber keine Rolle zu. "Es handelt sich um eine rein unternehmerische Entscheidung derjenigen, die kaufen und derjenigen, die verkaufen wollen", betonte Glos.

Doch nicht nur extern verliert Conti-Chef Wennemer an Rückendeckung in seinem Kampf gegen das Schaeffler-Angebot. Auch sein Aufsichtsratschef Hubertus von Grünberg könnte sich mit einem Verlust der Unabhängigkeit des Autozulieferers arrangieren: "Vernunft ist angesagt, nicht Kampf um jeden Preis. Wenn die Übernahme wahrscheinlich ist, dann bevorzuge ich, dass wir keine verbrannte Erde hinterlassen", sagte von Grünberg dem "manager magazin".

Michael Deister, der für die Arbeitnehmerseite im Aufsichtsrat sitzt, ging einen Tag vor der mit Spannung erwarteten Sitzung des Gremiums ebenfalls auf den fränkischen Familienkonzern zu: Es gebe durchaus Konstellationen, bei denen die Arbeitnehmer einem Zusammengehen zustimmen könnten. "Eine freundschaftliche Lösung ist zwar schwieriger geworden, aber nicht unmöglich", sagte er in Hannover.

Der Conti-Aufsichtsrat will am Mittwoch über die Offerte beraten. Schaeffler-Geschäftsführer Jürgen Geißinger drängte auf ein positives Votum des Gremiums, das "es uns erlaubt, in einer konstruktiven Atmosphäre schnell gute Ergebnisse zu erreichen", teilte er mit.

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