Umbau des Autozulieferers Continental sieht Potenziale für Konzernumbau

Continental prüft einen Konzernumbau. Zu den möglichen Szenarien zählt eine Aufspaltung des Dax-Konzerns. Dabei berät den Autozulieferer offenbar die US-Investmentbank JP Morgan.
Update: 16.01.2018 - 14:33 Uhr Kommentieren
Der Autozulieferer zieht „externe Expertise“ für einen möglichen Konzernumbau heran. Quelle: dpa
Continental

Der Autozulieferer zieht „externe Expertise“ für einen möglichen Konzernumbau heran.

(Foto: dpa)

Frankfurt/LondonDer Autozulieferer Continental wird bei seinen Überlegungen für einen Konzernumbau erstmals konkreter. Mit der Mischung aus Gummi- und Kunststoff-Sparte und dem Elektronikgeschäft habe der Dax-Konzern diesbezüglich Potenziale, sagte Vorstandschef Elmar Degenhart im Interview der Nachrichtenagentur Reuters auf der Detroiter Automesse.

„Wir können nicht mit der Struktur, die die letzten zehn Jahre erfolgreich und richtig war, erwarten, dass das auch noch in zehn Jahren die richtige Struktur darstellt.“ Die Reaktion der Börse auf die angekündigte Überprüfung der Konzernstruktur habe gezeigt, dass es dort Möglichkeiten zur Optimierung gebe. Wo diese liegen, erläuterte Degenhart nicht.

Die Aktie des Dax-Konzerns hatte nach Bekanntwerden der Pläne in der vergangenen Woche einen Rekordwert markiert. Der Vorstand hatte bestätigt, dass er wegen des Wandels der Branche zur Vernetzung, Elektrifizierung und selbstfahrenden Autos über eine neue Struktur nachdenkt. Die Überlegungen befänden sich noch in einem frühen Stadium. Insidern zufolge lassen sich die Niedersachsen dabei von der US-Investmentbank JP Morgan beraten. Zu den Optionen gehört demnach auch eine potenzielle Abspaltung von Unternehmensteilen.

Anleger setzen schon seit längerem darauf, dass Conti seine Antriebssparte (Powertrain) abspaltet. Sie gehen davon aus, dass die Einzelteile des Konzerns mehr wert sind als die Gruppe als Ganzes. Mit einer Aufspaltung würden die Niedersachsen dem Beispiel von Autoliv und Delphi folgen. Auch der Autokonzern Daimler will sich eine neue Struktur geben, um beweglicher zu werden.

„Wollen weiter überproportional wachsen“

Degenhart machte jedoch klar, dass andere Firmen kein Vorbild für Conti seien. Jedes Unternehmen habe seine Besonderheiten. Zugleich räumte er ein, dass es den Wunsch des Kapitalmarktes nach Transparenz gebe. „Wir wollen weiter überproportional schneller wachsen als die Märkte.“ Da sei die Frage berechtigt, wie ein solches Gebilde nach 2025 strukturiert sein müsse, um nicht an Geschwindigkeit in den Entscheidungen und an Flexibilität zu verlieren.

Trotz der Überlegungen für einen Umbau hat der Konzern weiter auch Zukäufe im Visier. „Wir haben einen Spielraum in der Größenordnung von vier bis fünf Milliarden Euro“, sagte Degenhart und fügte hinzu: „Wir haben nach wie vor Ideen auch für größere Übernahmen.“ Das Timing sei in solchen Dingen wichtig und auch die Bewertungen müssten sich in einem sinnvollen Rahmen bewegen. Konkrete Projekte gebe es nicht - jedenfalls nichts, was sich kurzfristig realisieren ließe.

Conti will durch weitere Übernahmen sein Geschäft außerhalb der Automobildustrie stärken, um weniger konjunkturellen Schwankungen ausgesetzt zu sein. Zugleich investiert der Konzern auch in sein angestammtes Reifengeschäft. "Wir haben das in den letzten Jahren getan und werden das weiterhin tun", sagte Degenhart.

Das sind die größten Autozulieferer der Welt
Platz 10: Faurecia
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Der Automobilzulieferer designt und produziert Autositze, Abgasanlagen, Innenraumsysteme und Kunststoff-Außenteile. Die Franzosen kletterten im Ranking in diesem Jahr um einen Rang nach oben, obwohl es beim Umsatz um 0,3 Prozent nach unten ging. Der Umsatz betrug 2016 insgesamt 18,7 Milliarden Euro.

Quelle: Berylls Strategy Advisors

Platz 9: Michelin
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Die vor allem für ihre Reifen bekannte Firma aus Frankreich machte 2016 insgesamt 20,9 Milliarden Euro Umsatz. Das bedeutet ein Minus von 1,4 Prozent. Dennoch reicht es für die Top Ten der größten Automobilzulieferer der Welt.

Platz 8: Bridgestone/Firestone
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Die Japaner, ebenfalls vor allem für ihre Reifen bekannt, bleiben trotz eines Minus von 6,7 Prozent auf dem achten Platz der Rangliste. Der Umsatz betrug zuletzt 22,5 Millionen Euro.

Platz 7: Aisin
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Die zweite japanische Firma in den Top Ten: Aisin, das zur Toyota-Gruppe gehört, darf sich über ein Plus von 15,9 Prozent freuen. Damit lag der Umsatz im vergangenen Jahr bei 28 Milliarden Euro.

Platz 6: Hyundai Mobis
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Obwohl die Koreaner, die Hyundai und Kia beliefern, ein Plus von 7,6 Prozent machten, fielen sie um einen Rang zurück. Der Umsatz betrug 30,2 Milliarden Euro.

Platz 5: ZF Friedrichshafen
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Der Stiftungskonzern vom Bodensee konnte Hyundai Mobis überholen, denn das Umsatzplus betrug zuletzt 19,3 Prozent. Der gesamte Umsatz für das Jahr 2016 beläuft sich auf 32,353 Milliarden Euro.

Platz 4: Magna
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Der kanadisch-österreichische Automobilzulieferer verzeichnete jüngst ein Umsatzplus von 17,6 Prozent. Mit einem Erlös von 34.587 Milliarden Euro verharrt Magna auf dem vierten Rang.

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