Umbau von RWE Systems
RWE-Chef hebelt Widerstand aus

RWE-Chef Jürgen Großmann will den Widerstand der Arbeitnehmervertreter gegen den Umbau von RWE Systems auf juristischem Weg brechen. Wie das Handelsblatt aus Konzernkreisen erfuhr, will Großmann eine Verkleinerung des Aufsichtsrats der Tochtergesellschaft durchsetzen – und die bisher gültige paritätische Mitbestimmung aushebeln.

DÜSSELDORF. Großmann war am vergangenen Freitag mit seinem Plan gescheitert, die RWE Systems AG in eine GmbH umzuwandeln. Die dafür anberaumte Sitzung des Aufsichtsrates der Tochtergesellschaft wurde kurzfristig abgesagt, nachdem sich eine Abstimmungsniederlage für die Pläne des Konzernvorstands abzeichnete. Die Arbeitnehmervertreter des 16-köpfigen Gremiums, die um einen Verlust ihre Mitspracherechte fürchten, konnten auf Unterstützung des Vertreters der Stadt Dortmund, in der RWE Systems den Sitz hat, zählen.

Großmann will nun in einem so genannten Statusverfahren feststellen lassen, dass die Zusammensetzung des Gremiums nicht mehr korrekt ist. Nachdem im Frühjahr bereits die Sparten Informationstechnologie, Konzernrevision und Beratung abgespalten wurden, ist die Zahl der Mitarbeiter von 3 800 auf 1 600 gesunken. Arbeitnehmer haben aber nur ab 2000 Beschäftigten Anspruch auf paritätische Vertretung. Darunter steht ihnen nur ein Drittel der Sitze zu. Ein Statusverfahren verläuft in der Regel vergleichsweise zügig. Dass der RWE-Vorstand seine Pläne letztlich durchsetzen kann, dürfte also nur eine Frage der Zeit sein. Ein Sprecher des Energiekonzerns lehnte auf Anfrage eine Stellungnahme ab. Angelegenheiten der Aufsichtsgremien kommentiere man nicht.

Der Umbau von RWE Systems ist einer der zentralen Ansatzpunkte des Konzernumbaus, an dem Großmann seit seinem Dienstantritt vor inzwischen fast einem Jahr arbeitet. Der RWE-Chef will die Strukturen des Energiekonzern schlanker und effizienter machen. Eigentlich sollte das Projekt „Neue RWE“ Ende des Monats stehen, dürfte sich durch die Widerstände bei RWE Systems aber verzögern.

In der Belegschaft sorgt der Umbau seit Monaten für Unruhe. Der RWE-Sprecher trat aber der Kritik entgegen, dass Großmann so vor allem die Mitsprachemöglichkeiten der Belegschaft beschränken will. „Über die Mitbestimmung ist RWE im Gespräch mit den Arbeitnehmervertretern“, sagte er.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%