_

Umbruch im Schweizer Uhrenmarkt: Wie die Branche unter Swatchs Vormacht leidet

Die Lage ist verzwickt: Seit Januar drosselt der Uhrengigant Swatch die Lieferung von Uhrwerken an Rivalen und stellt die Branche vor neue Herausforderungen. Verlierer sind die kleinen Hersteller, die nun in Schieflage geraten.

Experten schätzen, dass die Swatch-Group auf dem Markt für Rohwerke mindestens einen Marktanteil von 70 Prozent hat. Quelle: dapd
Experten schätzen, dass die Swatch-Group auf dem Markt für Rohwerke mindestens einen Marktanteil von 70 Prozent hat. Quelle: dapd

Düsseldorf/ZürichThomas Wanka weiß, was Sache ist. Als Chefredakteur des Uhren-Magazins ist es sein Job, ganz genau hinzusehen - etwa bei der ruhmreichen Uhrenindustrie der Schweiz, wo der große Uhrwerkshersteller des Swatch-Konzerns, ETA, gerade etliche kleine Uhrenproduzenten in die Krise stürzt. Hintergrund ist ein schier unlösbarer Streit, der die komplette Uhrenindustrie in Aufruhr versetzt.

Anzeige

Warum ist das so? "Die Werke vieler Uhren, die unter dem Label Swiss Made verkauft werden, entstammen nicht aus eigener Manufaktur, sondern aus der Produktion des Swatch-Konzerns", erläutert Wanke. Ein Relikt aus alten Zeiten, als in der Uhrenbranche Kartelle noch die Regel waren. Eine Ausnahme sind nur große Hersteller wie A. Lange & Söhne, Patek Philippe, Rolex oder Hublot, die es sich leisten können, eigene Uhrwerke herzustellen. Die restliche Konkurrenz lebt sozusagen von Swatch – eine Struktur, die inzwischen jedoch für beide Seiten zum Problem wird.

Filigrane Meisterwerke Uhren als Kapitalanlage

  • Filigrane Meisterwerke: Uhren als Kapitalanlage
  • Filigrane Meisterwerke: Uhren als Kapitalanlage
  • Filigrane Meisterwerke: Uhren als Kapitalanlage
  • Filigrane Meisterwerke: Uhren als Kapitalanlage

Experten schätzen, dass die Swatch-Group auf dem Markt für Rohwerke, die das eigentliche Herzstück einer Uhr bilden, einen Marktanteil von mindestens 70 Prozent hat. "Eine dominante Stellung, die ETA-Kunden in der Vergangenheit oft zu spüren bekamen", schreibt der Uhrenexperte Michael Brückner in seinem Buch "Uhren als Kapitalanlage". Vor allem wegen Preiserhöhungen und Änderungen der Zahlungskonditionen soll es in den vergangenen Jahren immer wieder Ärger gegeben haben.

Seit Januar spitzt sich diese verzwickte Lage nochmals extrem zu, denn der Uhrengigant drosselt seine Lieferungen an Drittkunden auf 85 Prozent der Menge, welche 2010 bezogen wurde. "Da stehen gerade etliche kleine Uhrenhersteller auf dem Schlauch", berichtet Wanka, der einen guten Draht in die Branche hat. Mehr noch: "Der Markt für Uhrwerke ist im Moment trocken", ist Wanka überzeugt.

  • 02.03.2012, 08:03 UhrAnonymer Benutzer: Wilsdorf

    Danke.

  • 01.03.2012, 15:47 UhrAnonymer Benutzer: Wilsdorf

    Soweit ich informiert bin, verfügt HUBLOT noch nicht über ausreichend viele und unterschiedliche eigene Kaliber. Daher werde von diesem Unternehmen auch (z.T. veredelte) ETA-Kaliber verbaut.

    Was macht eine Uhr wertvoll?
    Beim Fenster "Kaliber" bitte "standardisiert" mit zwei "d".

  • Die aktuellen Top-Themen
Logistikspezialist: Rollen, die die Welt bewegen

Rollen, die die Welt bewegen

Im Schatten des Internethandels ist der Fördertechnikhersteller Interroll zum weltweit gefragten Anbieter geworden. Seine Stärke sind robuste und feingesteuerte Systeme - mittlerweile auch jenseits der Versandbranche.

Solarenergie: Sonne liefert Deutschland so viel Strom wie 20 AKWs

Sonne liefert Deutschland so viel Strom wie 20 AKWs

Energiewende und sommerliches Wetter machen es möglich: Deutschland hat eine neue Spitzenleistung bei der Sonnenenergie erreicht. Die Solaranlagen im Bundesgebiet produzierten am Freitagmittag rund 20.000 Megawatt Strom.

Übersee-Stahlwerke: Thyssen-Krupps US-Tochter schwächelt

Thyssen-Krupps US-Tochter schwächelt

Thyssen-Krupps US-Stahltochter schreibt rote Zahlen - und das scheint sich auch in Zukunft nicht zu ändern. Vorstandschef Heisinger glaubt kaum an Besserung, die Entwicklung hänge vor allem von den Stahlpreisen ab.

  • Video

Global 3000 Die Fischer von Limbé

Für die Fischer an Kameruns Küsten werden die Aussichten immer schlechter. Es gibt immer weniger Fische, ausländische Trawler haben die Gewässer fast leer gefischt. Auch die kleine Stadt Limbé leidet unter der Krise.

  • Business-Lounge
Business-Lounge: Die großen Auftritte der Entscheider

Die großen Auftritte der Entscheider

Premieren, Feste, Symposien oder Jubiläen – es gibt viele Anlässe, bei denen die Größen aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft im Mittelpunkt stehen. Verfolgen Sie die Auftritte in Bildern.

Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DEUTSCHLANDS ANZEIGENPORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Verkaufsangebote Verkaufsgesuche




 

.