Umfangreiches Sanierungskonzept
VW-Mitarbeiter müssen erneut zittern

Europas größter Autokonzern plant Medienberichten zufolge im Zuge seines Sparkurses den Verkauf mehrerer Komponentenwerke und deutlich längere Arbeitszeiten. Derweil rechnen Analysten damit, dass Volkswagen 2005 bereits das Betriebsergebnis deutlich gesteigert hat.

HB HAMBURG. Vorstandschef Bernd Pischetsrieder wolle dem Präsidium des Aufsichtsrats am Freitag ein umfangreiches Sanierungskonzept präsentieren, zu dem der Verkauf von Komponentenwerken zähle, berichtete das Internet-Magazin „Focus Online“ am Donnerstag ohne Angabe von Quellen sowie der NDR-Hörfunk in Hannover unter Berufung auf Unternehmenskreise. Die Beschäftigten von Europas größtem Autohersteller sollten zudem ohne Lohnausgleich länger arbeiten. Dabei diene der Elektronikkonzern Siemens als Vorbild. Siemens hatte sich 2004 mit der IG Metall auf eine Verlängerung der Arbeitszeit in zwei nordrhein-westfälischen Werken ohne Lohnausgleich geeinigt.

Weder das Unternehmen noch der Betriebsrat wollten die Berichte kommentieren. Bisher lässt Volkswagen Autoteile wie Motoren, Achsen und Getriebe in eigenen Werken in Kassel, Braunschweig, Hannover und Salzgitter produzieren. Der Haustarifvertrag für die westdeutschen VW-Werke sieht eine wöchentliche Arbeitszeit von 28,8 Stunden vor. Einer Mehrarbeit ohne Lohnausgleich müsste die IG Metall zustimmen. VW hatte im Zuge seines harten Sparkurses angekündigt, alle Bereiche auf den Prüfstand zu stellen. Es wird erwartet, dass Volkswagen allein in seinen sechs Automobilwerken über 10 000 Arbeitsplätze durch Altersteilzeit und Abfindungen abbaut.

Aktie im Aufwind

Im November 2004 hatten VW und IG Metall einen Haustarifvertrag abgeschlossen, der bis Ende 2011 ein Beschäftigungsniveau von rund 103 000 Beschäftigten in Westdeutschland garantiert. Die Belegschaft bezahlte die Jobgarantie unter anderem mit einer Nullrunde von zwei Jahren und vier Monaten.

In Aufsichtsratskreisen hieß es, auf der Tagesordnung des Präsidiums am Freitag stehe die Vorbereitung der Aufsichtsratssitzung am 24. Februar, der regelmäßig zu erstellende Währungs- und Abhängigkeitsbericht sowie der Punkt „Verschiedenes“. Analysten gehen davon aus, dass Volkswagen am Freitag vorläufige Zahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr veröffentlichen will. Hoffnungen auf ein unerwartet gutes Abschneiden gaben der Volkswagen-Aktie am Donnerstag Auftrieb. Das Papier des Autobauers legte in einem freundlichen Umfeld mehr als zwei Prozent auf 50,71 Euro zu.

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