Umfeld belastet den Maschinenbauer
Deutz senkt erneut Gewinnziel

Deutz hat zum zweiten Mal in diesem Jahr die Prognose für das laufende Geschäftsjahr gesenkt. Da der Auftragseingang zuletzt nachgelassen habe, sei für das Gesamtjahr nur noch mit einem Absatz von rund 260 000 Motoren zu rechnen, deutlich weniger als der Rekordwert des Vorjahres von 286 000.

HB DÜSSELDORF. Der Umsatz wird gegenüber den 2007 erwirtschafteten 1,5 Milliarden Euro bestenfalls um zwei Prozent steigern. „Die Marktschwäche hat sich weiter ausgebreitet“, sagte Vorstandschef Helmut Leube. Die Umsatzrendite vor Steuern und Zinsen (Ebit-Marge) werde von 6,3 Prozent auf rund zwei Prozent sinken. Während der Kleinwerteindex SDax mehr als acht Prozent zulegte, rutschte die Deutz-Aktie leicht ins Minus.

Nach dem Rückgang in den USA entwickele sich auch das Geschäft in Europa schlechter, sagte Leube. Selbst im lange Zeit boomenden China laufe nicht mehr alles rund. Vor allem die Nachfrage nach Motoren mit weniger als vier Liter Hubraum sei zurückgegangen, die in mobilen Arbeitsmaschinen und Kompressoren eingesetzt werden. Dies gelte für alle Bereiche mit Ausnahme der Landtechnik und alle Regionen außer Osteuropa.

Der seit Februar amtierende Leube hatte vor zwei Monaten die Prognose kassiert, mit der das Traditionsunternehmen ins Jahr gegangen war. Im Frühjahr hatte noch angekündigt, 2008 mehr als 300 000 Motoren bauen und den Umsatz um 10 bis 15 Prozent zu erhöhen. „Insbesondere in den Monaten August und September haben wir teilweise Stornierungen unserer Aufträge und deutliche Reduzierungen im Auftragseingang kennengelernt“, sagte Leube. In der Finanzkrise trübe sich die Konjunktur rapide ein. „Die Finanzkrise ist damit in der Realwirtschaft angekommen.“

Experten sehen aber auch hausgemachte Gründe für die Krisenanfälligkeit des Kölner Unternehmens. „Deutz hat sich im Wesentlichen auf das Geschäft mit Kompaktmotoren konzentriert, das etwa 80 Prozent des Umsatzes ausmacht“, sagte Achim Henke von der WestLB. Die Nachfrage nach Motoren für Baumaschinen oder Kompressoren für die Energiewirtschaft sei sehr konjunkturanfällig.

Zudem seien unter den Abnehmern große Kunden wie Volvo bei den Baumaschinen und den italienischen Deutz-Großaktionär Same Deutz-Fahr bei Landmaschinen, die ihre Marktmacht ausübten. „Dadurch ist der Spielraum für die Preisgestaltung gering. Der Preisdruck wird zunehmen.“ Eine rasche Verbesserung der Lage sei nicht zu erwarten.

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