Umfrage
Chemiebranche im Aufwind

In der deutschen Chemieindustrie hat sich die Stimmung in den vergangenen Monaten weiter verbessert. Erstmals zeichnet sich dabei ab, dass diese Entwicklung auch positive Effekte auf die Beschäftigung in der Branche haben wird.

shf FRANKFURT. Das Beratungsunternehmen Droege & Comp hat eine Umfrage im Auftrag der Fachzeitschrift Chemanager durchgeführt. Danach haben zuletzt fast 40 Prozent der befragen Chemie-Manager angegeben, die Zahl der Mitarbeiter zu erhöhen. Gegenüber der letzten Befragung im Januar hat sich der Anteil der Unternehmen mit Ausbauplänen damit um gut zehn Punkte erhöht.

Die Chemiebranche bewegt sich damit auf einem ähnlichen Kurs wie viele andere Wirtschaftszweige, wo die starke Konjunktur ebenfalls positive Beschäftigungseffekte erzeugt. Beim jüngsten Handelsblatt-Businessmonitor, der ebenfalls von Droege & Comp durchgeführt wird, äußerten 41 Prozent der befragten Führungskräfte Neueinstellungs-Pläne, wobei dieser Trend allerdings maßgeblich von der Dienstleistungs- und Baubranche getragen wurde.

Die jüngsten Umfrage-Ergebnisse im Chemiebereich untermauern zudem die Einschätzung des Verbandes der chemischen Industrie, der seine Prognosen im jüngsten Quartalsbericht ebenfalls kräftig nach oben korrigierte. Nach einem unerwartet starken ersten Quartal erwartet der VCI für das Gesamtjahr nun ein Wachstum der Produktion um drei Prozent und ein Umsatzplus von 4,5 Prozent für die Branche.

Noch Ende des vergangenen Jahres war man demgegenüber davon ausgegangen, dass die Chemiekonjunktur ihren Höhepunkt überschritten habe und die Branche damit nur noch im zwei Prozent zulegen würde. Diese Einschätzung hat sich offenbar als zu vorsichtig erwiesen. mit einem Umsatz von 42 Mrd. Euro übertraf die Branche im ersten Quartal den vergleichbaren Vorjahreswert um acht Prozent.

Auch die unerwartet guten Quartalszahlen von Chemiefirmen wie BASF, Lanxess oder Altana hatten in den vergangenen Wochen bereits die weiterhin starke Verfassung der Branche unterstrichen. Sie profitiert unter anderem von einer weiterhin starken Nachfrage aus wichtigen Abnehmerindustrien wie dem Bau- und dem Automobilsektor sowie von leicht rückläufigen Rohstoffkosten.

Im ersten Quartal zählte die Chemiebranche laut VCI nahezu unverändert rund 417 000 Mitarbeiter. Die Beschäftigung entwickelt sich dabei allerdings innerhalb der Branche offenbar unterschiedlich. So verweist Droege darauf, dass eher Unternehmen des Mittelstandes ihre Personalkapazitäten aufstocken, während die großen Konzerne weiterhin kontinuierlich daran arbeiten, ihre Kostenbasis, auch im Personalbereich, zu verbessern. Insgesamt stünden die Zeichen für 2007 auf Expansion bei gleichzeitiger Berücksichtigung der Effizienz, so Juan Rigall, geschäftsführerender Partner bei Droege. „Eine forcierte Innovationsleistung wird dabei eine entscheidende Rolle spielen.“

Die Umfrage deutet auch in dieser Hinsicht auf Wachstum. So kündigten rund zwei Drittel der befragten Chemie-Entscheider für 2007 steigende F+E-Ausgaben an. Lediglich drei Prozent der Manager wollen die entsprechenden Ausgaben reduzieren.

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