Umfrage
Jedes dritte Unternehmen bangt ums Überleben

Die Angst geht um in den Firmen rund um die Welt: Eine aktuelle Umfrage ergibt, dass jedes dritte Unternehmen das eigene Überleben infrage stellt. Das erstaunliche ist: Während rund zwei von drei Firmen einen Personalabbau planen, kürzen lediglich 40 Prozent die Boni für sich und die Mitarbeiter.

HB DÜSSELDORF. Die Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft Ernst & Young hat Top-Managern aus 337 Unternehmen aller wesentlichen Branchen rund um den Globus befragt und kommt zu eindeutigen Ergebnissen: Angesichts der weltweiten Finanzkrise setzen viele Firmen auf Kostensenkungen.

In erster Linie gibt es Pläne, am Personal, Bonuszahlungen, IT und Immobilienkosten zu sparen. Ein großer Teil der Unternehmen belässt es aber nicht bei defensiven Ansätzen, sondern geht die Probleme auch offensiv an. Dazu gehört, im Kerngeschäft zukaufen, neue Produkte zu lancieren oder neue Märkte zu erschließen.

In der Regel denken die Unternehmen in schlechten Zeiten aber zuerst ans Sparen: Fünf von sechs Unternehmen halten aktuell Kostensenkungen für wichtig, ebenso viele haben die Möglichkeiten dazu bereits eingehend analysiert. 60 Prozent wollen Personal abbauen oder haben es schon getan. Dagegen kürzen lediglich 42 Prozent der Firmen die Boni und andere Zusatzleistungen.

44 Prozent wollen bei der Informationstechnik und 30 Prozent bei den Immobilienkosten sparen. "Eine neue Runde der Kostensenkungen ist in vollem Gange", stellt Gerd Stürz fest, Mitglied des Vorstands bei Ernst & Young und verantwortlich für die Sparte Advisory Services. "Natürlich ist es in schwierigen Zeiten sinnvoll zu sparen, aber die Unternehmen müssen darauf achten, dass sie sich nicht den Weg in die Zukunft nach der Krise verbauen. Wichtig ist es jetzt, das Gleichgewicht zwischen Kostensenkungen und Zukunftsinvestitionen zu finden. Wer zum Beispiel zu stark am Marketing oder an Forschung & Entwicklung spart, läuft Gefahr, später Chancen im Markt nicht mehr nutzen zu können", warnt Stürz.

Bei vielen Unternehmen geht es allerdings derzeit nicht um die Zeit nach der Krise - sie haben dringlichere Sorgen: Fast jeder dritte Befragte (31 Prozent) gibt an, dass sich sein Unternehmen 2009 in erster Linie aufs Überleben konzentrieren werde.

Jedes vierte Unternehmen hat bereits Kunden durch Insolvenz verloren, bei jedem zehnten sind bereits Lieferanten insolvent geworden. Zu wesentlichen Veränderungen kam es auch im Wettbewerbsumfeld: Jeder dritte Befragte gibt an, dass sich mehr Wettbewerber vom Markt zurückgezogen (34 Prozent), etwa ebenso viele Befragte (35 Prozent) stellen fest, dass es mehr Insolvenzen von Wettbewerbern gab. Gleichzeitig sind nach Beobachtung von 40 Prozent der Manager weniger neue Konkurrenten in den Markt eingetreten.

Trotz des ausgedünnten Konkurrenzfelds spüren 60 Prozent der Befragten einen verschärften Preiswettbewerb, so Stürz: "Zum einen sorgen die Rückzugsgefechte im Vorfeld von Insolvenzen in aller Regel für enormen Preisdruck im jeweiligen Markt. Zum anderen ist der Kuchen erheblich kleiner geworden - man denke nur an den 40prozentigen Auftragseinbruch im deutschen Maschinenbau, von den Finanzmärkten ganz zu schweigen". Das blieb nicht ohne Folgen: 63 Prozent der Unternehmen berichten über gesunkene Erträge.

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