Umfrage zu Zukunftsthemen
Versorger fürchten um ihr Image

Die Energiebranche will massiv an ihrem durch die hitzige Debatte um die Strom- und Energiepreise angekratzten Image arbeiten. Nach Einschätzung von Top-Managern ist die vordringlichste Aufgabe für die kommenden Jahre, verloren gegangenes Vertrauen bei den Verbrauchern zurückzugewinnen. Der von der Politik mit Nachdruck geförderte Klimaschutz spielt für die Unternehmen dagegen überraschend eine eindeutig untergeordnete Rolle. Große Sorgen bereiten der Branche dagegen die schwierigen Rahmenbedingungen beim Bau neuer Kraftwerke.

BERLIN. Das sind zentrale Ergebnisse einer vom Marktforschungsunternehmen Trendresearch durchgeführten Adhoc-Befragung der Teilnehmer der Handelsblatt-Jahrestagung Energiewirtschaft 2008 in Berlin zu wichtigen Zukunftsthemen. Befragt wurden die über 1 000 Teilnehmer der Konferenz, die zu einem großen Teil in herausgehobenen Positionen bei den Energiekonzernen, Kommunal- und Regionalversorgern arbeiten. Mehr als 700 Teilnehmer nahmen an der elektronischen Abstimmung teil.

Mehr als jeder zweite bezeichnete die Verbesserung des Images als wichtigste Aufgabe. Die massive Kritik von Verbraucherschützern und Politikern an den permanent steigenden Strom- und Gaspreisen zeigt offenbar Wirkung. Nach den zum Jahreswechsel angekündigten Erhöhungen der Stromtarife um zum Teil zweistellige Raten war die Auseinandersetzung eskaliert. Wettbewerbsbehörden und Politiker drohen damit, einzugreifen – bis hin zur Zerschlagung der Konzerne.

„Niemand steht zurecht am Pranger“, sagte Eon-Vizechef Johannes Teyssen gestern auf der Tagung zwar, „die Branche hat aber sicherlich nicht perfekt agiert.“ Man habe zu lange gezögert, um den Kunden die Folgen der Liberalisierung nahe zu bringen und sei in der öffentlichen Debatte viel zu passiv gewesen. „Wir waren zu lange in der Defensive, haben uns nach einem ersten Erschrecken in Nischen zurückgezogen und gehofft, dass alles gut wird“, sagte Teyssen, „und wir haben viel zu spät und viel zu wenig aktiv Wettbewerb gemacht.“

Überraschend ist dagegen, dass die Berücksichtigung des Klimaschutzes von nicht einmal vier Prozent der Teilnehmer als wichtiges Zukunftsthema genannt wurde. Sie liegt damit noch deutlich hinter der Steigerung der Energieeffizienz. Dabei wird das Thema zurzeit von der Politik massiv propagiert. Die EU-Kommission stellte gestern ihre Pläne vor, um die Emissionen bis 2020 massiv zu senken. Dabei kommen vor allem auf die Versorger deutliche Kosten zu.

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