Umkämpftes Billigsegment
Renault greift Tata in Indien an

Neue Konkurrenz für Hersteller von Billigautos: Renault Nissan stürmt den indischen Markt mit einem unglaublich kostengünstigen Kleinstwagen. Bisher war der Konzern in Indien wenig erfolgreich. Das soll sich jetzt ändern. Wie der Autobauer den bisherigen Tiefpreiskönig Tata unterbieten will.
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NEU-DELHI. Der weltweit viertgrößte Autohersteller Renault Nissan will ab 2012 in Indien ein kostengünstigeres Auto als den Kleinstwagen Nano von Tata Motors auf den Markt bringen. Partner in dem ehrgeizigen Projekt wird Indiens zweitgrößter Motorradhersteller Bajaj Auto sein. "Die Produktionskosten des neuen Autos werden niedriger liegen als jedes anderen Autos, das heute in Indien hergestellt wird", sagte Carlos Ghosn, Vorstandschef von Renault und von Nissan, anlässlich der Vertragsunterzeichnung mit Bajaj in Neu Delhi.

Tata Motors hatte mit dem Nano, der seit Juli in Indien verkauft wird, ein völlig neues Billigsegment für die Automobilindustrie eröffnet. Der Nano ist ab umgerechnet 2 500 Dollar (1 650 Euro) zu haben, ein Preis, der in Branchenkreisen bisher als kaum unterbietbar galt.

Doch genau das haben sich jetzt Renault und Nissan gemeinsam mit Bajaj vorgenommen. "Wir wollen einen neuen Einstiegspreis definieren, der zur Messlatte für die gesamte Automobilindustrie wird", sagte Ghosn. Der stellvertretende Verwaltungsratschef von Bajaj, Madhur Bajaj, bezifferte den geplanten Preis des neuen Autos auf 2 500 Dollar. Gelingt es dem Konsortium, diese Vorgabe zu halten, dann könnte es den Nano tatsächlich unterbieten. Denn in Branchenkreisen wird allgemein vermutet, dass die Produktionskosten des Nanos höher sind als der aktuelle Verkaufspreis und Tata deshalb in absehbarer Zeit den Preis nach oben korrigieren muss.

Laut Ghosn wird Bajaj in dem Joint Venture für Design, Entwicklung und Produktion des Kleinstwagens verantwortlich sein. Das Unternehmen baut mit großem Erfolg neben Motorrädern auch dreirädrige Fahrzeuge. Im Oktober steigerten die Inder den Verkauf um 46 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Allianz Renault Nissan werde das Marketing und den Vertrieb übernehmen sowie den Markennamen stellen, sagte Ghosn. Besonders dieser letzte Punkt hatte lange Zeit für Konflikte zwischen den Partnern gesorgt, weil Bajaj den Kleinstwagen unter seinem Namen verkaufen wollte. Die Verhandlungen über das Joint Venture, an dem die Inder laut Vizeaufseher Madhur Bajaj 51 Prozent halten werden, dauerten deshalb deutlich länger als geplant. Gelegentliche Probleme unter Partnern seien normal, räumte Ghosn ein. Doch jetzt gebe es eine klare Definition, wer was zu tun habe.

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  • Gutes Timing auf jeden Fall, da greifen sie die Nachfrage nach Autos undzeitgleich die Weltwirtschaftskrise auf. bin gespannt, was dabei rauskommt, dürfte auf jeden Fall für Studenten und co interessant werden.

  • Gutes Timing auf jeden Fall, da greifen sie die Nachfrage nach Autos undzeitgleich die Weltwirtschaftskrise auf. bin gespannt, was dabei rauskommt, dürfte auf jeden Fall für Studenten und co interessant werden.

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