Umsatz in Amerika weiter rückläufig
Pumas Sorgenkind bleiben die USA

Die Geschäfte des Sportausrüsters Puma in Amerika laufen weiter nur schleppend. Im ersten Quartal wies das Unternehmen für die Region währungsbereinigt einen Umsatzrückgang von 5,6 Prozent auf 148,7 Mill. Euro aus. Als größtes Sorgenkind erweist sich nach Konzernangaben vom Mittwoch der US-Markt: Dort fielen die Erlöse sogar um mehr als 14 Prozent. Die US-Auftragsbestände zum Quartalsende waren mit fast 21 Prozent rückläufig.

HB MÜNCHEN. Puma-Chef Jochen Zeitz hatte erst im April erklärt, auf dem weltgrößten Sportartikelmarkt nicht mit einer baldigen Besserung zu rechnen. Die Geschäfte dort blieben schwierig. Zu schaffen macht der Branche die Krise des Einzelhändlers Foot Locker. Dieser will mehrere hundert Läden schließen und baut Lagerbestände ab. Auch bei der Nummer Eins und Zwei der Branche, Nike und Adidas, werden deswegen kaum noch neue Waren bestellt und teilweise Aufträge storniert.

Insgesamt hat Puma im ersten Quartal 2008 einen Gewinnrückgang verbucht. Der Überschuss sei unter anderem wegen höherer Kosten um sieben Prozent auf gut 90 Mill. Euro gefallen. Von Reuters befragte Analysten hatten im Schnitt mit 97 Mill. Euro gerechnet. Der Umsatz stieg, wie bereits im April mitgeteilt, währungsbereinigt um 6,6 Prozent auf gut 673 Mill. Euro. Im Gesamtjahr will Puma die Erlöse weiterhin im prozentual hohen einstelligen Bereich steigern. Prognosen zum Gewinn scheut der Konzern aber bislang.

Der Erzrivale Adidas hatte für das erste Quartal einen um etwa ein Drittel gestiegenen Überschuss von 169 Mill. Euro ausgewiesen. Für das Gesamtjahr peilt der Konzern neue Rekorde bei Umsatz und Gewinn an. Der Puma-Vorstand sprach dagegen - trotz der bevorstehenden Großereignisse wie der Fußball-Europameisterschaft und den Olympischen Sommerspielen - von einem schwierigen Marktumfeld. Puma will dieses Jahr massiv in Marketing investieren, was zulasten der Rendite geht. Zuversichtlich stimmt Puma aber der Auftragseingang: Dieser kletterte auf vergleichbarer Basis um zwölf Prozent auf knapp 1,2 Mrd. Euro.

Puma gehört seit einem Jahr mehrheitlich zum französischen Luxusgüter-Hersteller PPR. Zur PPR-Gruppe gehören neben Puma auch Marken wie Gucci und Yves Saint Laurent.

In Reaktion auf den schwächer als erwartet ausgefallenen Quartalsgewinn haben Puma-Aktien im frühen Handel zunächst knapp ein Prozent auf 220 Euro eingebüßt. "Die Firma befindet sich im Geschäftsjahr 2008 in einer Investitions- und Restrukturierungsphase, und deshalb sehen wir kurz- bis mittelfristig keine positiven Auslöser für den Aktienkurs", schrieben die Analysten von Cheuvreux in einem Marktkommentar. Nichtsdestotrotz drehten die Titel nach Börsenstart rasch ins Plus und lagen gegen 10 Uhr bei 229,32 Euro.

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