Umsatz leicht gesunken: Roche fühlt sich für Illumina-Übernahme gut gerüstet

Umsatz leicht gesunken
Roche fühlt sich für Illumina-Übernahme gut gerüstet

Der Umsatz ging im ersten Quartal leicht zurück, doch der Ausblick bleibt positiv. Der Schweizer Pharmakonzern Roche erfüllt mit seinen Zahlen die Markterwartungen - und scheint für eine Illumina-Übernahme bereit.
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BaselDer steigende Druck auf die Medikamentenpreise in Westeuropa sowie der starke Franken haben den Umsatz des Schweizer Pharma- und Diagnostikkonzerns Roche zum Jahresauftakt geschmälert. Die Erlöse sanken im ersten Quartal im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um ein Prozent auf elf Milliarden Franken, wie Roche am Donnerstag mitteilte. Damit traf der Konzern dennoch in etwa die Erwartungen der Analysten.

Unter Ausschluss von Währungseffekten wuchsen die Verkaufserlöse dagegen um zwei Prozent. In der Pharmasparte erhöhte sich der Umsatz so gerechnet ebenfalls um zwei Prozent. Roche veröffentlicht traditionell keine Gewinnzahlen für das erste Quartal.

Der Umsatz des bisherigen Gewinntreibers Avastin stabilisierte sich nach mehreren Quartalen mit rückläufigen Umsätzen erstmals: Insgesamt erzielte Roche mit dem Krebsmedikament einen Umsatz von 1,385 Milliarden Franken und traf damit die Markterwartungen. Die Avastin-Verkäufe waren eingebrochen nachdem in den USA die Zulassung zur Brustkrebsbehandlung zurückgezogen wurde.

„Mit Verkaufszuwächsen von zwei Prozent im ersten Quartal sind wir gut unterwegs, um unsere Ziele für das Gesamtjahr zu erreichen“, sagte Konzernchef Severin Schwan, der am Donnerstag die Jahresprognose bekräftigte. Für die Pharma-Division erwartet der Basler Konzern ein Umsatzwachstum im unteren bis mittleren einstelligen Bereich und für die Diagnostik-Division ein Wachstum über dem des Gesamtmarkts.

Beim Kerngewinn je Genussschein strebt Roche ein Wachstum im hohen einstelligen Bereich an. Schwan verwies insbesondere auf wichtige Neuzulassungen im Bereich Hautkrebs sowie positive Studiendaten zu Medikamenten in der spätklinischen Entwicklung.


Im Hinblick auf die Illumina-Übernahme sieht Roche derzeit keinen Grund zu handeln. „Wir sind weiterhin überzeugt, dass unser Angebotspreis von 51 Dollar pro Aktie auf Grundlage aller uns zugänglichen öffentlichen Informationen und verschiedenen finanziellen Bemessungsgrundlagen fair und hochattraktiv ist,“ sagte Schwan.

Die vom Illumina-Management geäußerten langfristigen Wachstumsannahmen seien dagegen unrealistisch und quantitativ nicht belegt. Diese spiegelten weder Markt- noch Technologierisiken entsprechend wider, sagte Schwan. Das Illumina-Management lehnt Roches Angebot in Höhe von 6,7 Milliarden Dollar als unzureichend ab und weigert sich bislang, mit Roche zu verhandeln.

Die Roche-Aktie legte im Einklang mit dem Markt ein halbes Prozent zu und lag damit etwas über dem europäischen Vergleichsindex.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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