Umsatz um drei Prozent gesteigert
Opel-Mutter GM senkt die Prognose

Der weltgrößte Autobauer General Motors hat im dritten Quartal einen unerwartet niedrigen Gewinn erzielt und seine im Frühjahr angehobene Ertragsprognose für das Gesamtjahr wieder gesenkt. In seinem seit Jahren schwächelnden Europa-Geschäft wird der Konzern wie erwartet massiv Arbeitsplätze abbauen.

HB DETROIT. Ausgeweitete Verluste in Europa, langsameres Wirtschaftswachstum in China sowie niedrigere Produktionsvolumen in Nordamerika hätten erneut zu einem schwächeren Autogeschäft im dritten Quartal geführt, teilte der US-Autohersteller am Donnerstag in Detroit mit. Der Gewinn fiel dementsprechend unerwartet niedrig aus. „Der Wettbewerb im Automarkt weltweit bleibt heftig und wir erleben in den meisten Kernmärkten eine negative Preisentwicklung“, sagte GM-Chef Rick Wagoner.

Die Aktien von GM fielen um rund fünf Prozent, was auch andere europäische Autowerte wie Daimler-Chrysler drückte. „Die GM-Zahlen sind enttäuschend, das belastet unsere Autowerte“, sagte ein Händler.

Der Netto-Gewinn stieg von Juli bis August zwar leicht auf 440 (Vorjahr: 425) Mill. Dollar oder 78 Cent je Aktie, was aber deutlich unter den Analystenschätzungen von 95 Cent je Aktie lag. Das Umsatzwachstum fiel mit drei Prozent auf 44,9 Mrd. Dollar leicht besser aus als vom Markt erwartet.

Im GM-Autogeschäft weltweit sei ein Verlust von 130 Mill. Dollar angefallen nach einem Nettogewinn von 34 Mill. Dollar im Vorjahreszeitraum. Positive Ergebnisse aus der Region Lateinamerika, Afrika und Naher Osten hätten Verluste im Europageschäft und Nordamerika nicht ausgeglichen. Allein in Europa verbuchte GM einen Verlust von 236 Mill. Dollar. GM hatte zuvor den Abbau von 12 000 Stellen in Europa binnen zwei Jahren angekündigt, wodurch die jährlichen Kosten um eine halbe Milliarde Euro sinken sollen. Auch hohe Kosten für die Gesundheitsversorung von Angestellten hätten das Ergebnis insgesamt belastet, hieß es. Erfreulich habe sich im Konzern hingegen das Finanzgeschäft mit einem Gewinn von 656 (Vorjahr: 630) Mill. Dollar entwickelt.

Für das Gesamtjahr prognostizierte General Motors ein Ergebnis je Aktie zwischen 6,00 bis 6,50 Dollar. Zur Jahresmitte hatte der Konzern noch einen Anstieg auf sieben Dollar erwartet. Die Ratingagentur S&P senkte wegen der vorgelegten schlechten Resultate im Kerngeschäft am Donnerstag die langfristige Bonitätsbewertung für den Konzern auf „BBB-“ von „BBB“. Der Ausblick sei stabil.

Trotz des abgeschwächten Wachstums in China zählt der Konzern weiterhin auf das Boom-Land. „Wir sehen das als eine vorübergehende Situation. Wir erwarten mittel- und langfristig weiterhin ein signifikantes Wachstum in China und der Region“, betonte Wagoner. Im abgelaufenen Quartal sank der Gewinn in China auf 80 (132) Mill. Dollar.

Eine weltweit schwache Nachfrage sowie höhere Kosten für Rohstoffe und Energie drücken derzeit die Gewinne der Autohersteller weltweit. In den USA haben zudem die jüngsten Stürme in Florida die Nachfrage gebremst.

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