Umsatz und Ergebnis sollen steigen
Linde weitet Sparprogramm aus

Der Wiesbadener Industriegase- und Gabelstaplerspezialist Linde erwartet nach einem kräftigen Gewinnplus im vergangenen Jahr auch für das Jahr 2005 einen Ergebnis- und Umsatzzuwachs. Unterstützt wird das geplante Ergebniswachstum durch einen stärkeren Sparkurs.

HB FRANKFURT. „Wir gehen davon aus, dass Konzernumsatz und Konzernergebnis im laufenden Jahr erneut über den Vorjahreswerten liegen werden“, sagte Vorstandschef Wolfgang Reitzle am Dienstag in Frankfurt. „Allerdings dürfte der Ergebnisanstieg im Vergleich zum Vorjahr 2005 etwas verhaltener sein.“ Vergangenes Jahr hatte Linde 274 (Vorjahr: 108) Mill. € verdient bei einem Umsatz von 9,4 Mrd. €. Die Konjunktur werde dieses Jahr aber nicht so gut sein wie 2004, sagte Reitzle. Die Ertragskraft der wichtigsten Geschäftsfelder Industriegase und Gabelstapler will Linde deswegen dieses Jahr mit zusätzlichen Sparprogrammen absichern.

In den ersten beiden Monaten des Jahres sei Linde bereits auf Kurs, sagte Reitzle. Der Wiesbadener Konzern habe per Ende Februar den Umsatz um 9,3 % auf 1,31 Mrd. € gesteigert. Der Auftragseingang liege bei 1,54 Mrd. € und damit 10,4 % über dem Vorjahr. Im abgelaufenen Jahr legte der Auftragseingang im Konzern um 6,1 % auf 9,637 Mrd. € zu. Die Finanzschulden reduzierte Linde 2004 um 462 Mill. € auf 1,968 Mrd. €.

Die im Deutschen Aktienindex Dax gelistete Linde-Aktie verteuerte sich am Mittag um rund ein Prozent auf 52,82 €.

Im Industriegasegeschäft soll dieses Jahr ein erweitertes Sparprogramm aufgelegt werden, mit dem über drei Jahre zusätzlich mehr als 150 Mill. € eingespart werden sollen, sagte Reitzle. Im Gabelstaplergeschäft will Linde den bereits eingeschlagenen Sparkurs ebenfalls ausweiten. Einzelheiten zu den Sparmaßnahmen will Linde am 4. Mai nennen.

In dem Geschäft mit Gabelstaplern (Material Handling) geht Linde 2005 von einem Umsatzplus und einer deutlichen Verbesserung des Ergebnisses aus. Der Bereich verbuchte operativ 2004 einen 22-prozentigen Zuwachs auf 191 Mill. €, der Umsatz stieg um gut zehn Prozent auf 3,37 Mrd. €. In den ersten zwei Monaten 2005 setzte die Sparte 675 Mill. € um und damit ein Plus von acht Prozent.

Im Industriegasegeschäft - der größte Teil der Sparte Gase und Anlagenbau - will Linde ebenfalls Umsatz und Ergebnis steigern. Operativ verdiente Linde mit Industriegasen im vergangenen Jahr 640 (VJ: 598) Mill. € bei einem Umsatzplus von gut vier Prozent auf rund vier Mrd. €. Im Januar und Februar des laufenden Jahres stieg der Umsatz um 4,3 % auf 483 Mill. €.

Linde hatte sich 2004 von seiner traditionsreichen Kältetechnik-Sparte getrennt und verfolgt nun eine zwei Säulen-Strategie mit Gase und Anlagenbau (Gas & Engineering) sowie Gabelstapler. Daran werde sich auch nichts ändern, sagte Reitzle. Es sei nicht die Rolle des Vorstands einen Traditionskonzern in Einzelteile zu zerlegen, ergänzte er. Auch große Übernahmen stünden nicht an. „Wir sind aber überall, wo möglich, mit kleineren Akquisitionen unterwegs.“ Zu Spekulation über eine Fusion mit der britischen Gasefirma BOC sagte Reitzle, es gebe nach wie vor keine Gespräche mit BOC.

Am Finanzmarkt überraschte der Ausblick nicht. „Die angekündigten Ergebnissteigerungen sind schon eingepreist“, sagte Heino Ruland vom Brokerhaus Steubing. Bei dem Bankhaus Merk Finck & Co hieß es, das in Aussicht gestellte Umsatzwachstum sei eine positive Nachricht. Wegen des Verkaufs der Kältetechnik habe die Bank mit einem Rückgang von zwei Prozent gerechnet.

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