Umsatz- und Ergebnisziel in Frage gestellt
Dürr kommt nicht aus roten Zahlen

Der Stuttgarter Anlagenbauer Dürr hat angesichts der schleppenden Nachfrage aus der Autoindustrie sein Umsatz- und Ergebnisziel für 2003 in Frage gestellt. Im ersten Halbjahr kam der Hersteller von Lackierstraßen und Endmontagebändern nicht aus der Verlustzone heraus.

Reuters STUTTGART. Das im Frühjahr ausgegebene Ziel einer Stabilisierung von Umsatz und Ergebnis auf dem Vorjahresniveau werde vom Vorstand als „zunehmend ehrgeizig“ eingeschätzt, teilte das im Kleinwertesegment SDax gelistete Unternehmen am Mittwoch bei der Vorlage seiner Quartalszahlen mit. In den ersten sechs Monaten schrieb das Dürr vor Steuern mit minus 4,9 (2002: minus 15,6) Mill. € weiter rote Zahlen. Im abgelaufenen Jahr hatte der Anlagenbauer 22,6 Mill. € Gewinn vor Steuern ausgewiesen.

Der Auftragseingang von Dürr stieg dank eines Großauftrags von General Motors über mehrere Karosserie-Lackieranlagen im ersten Halbjahr um 29 % auf 1,513 Mrd. €, der Umsatz kletterte um 5,1 % auf 921,9 Mill. €. Der Umsatz habe im zweiten Quartal deutlich angezogen, hieß es. Der GM-Auftrag, der größte in der Dürr-Firmengeschichte, wird aber erst bis 2006 abgewickelt. Er schraubte den Auftragsbestand zum 30. Juni auf fast zwei Mrd. €. Die Produktlinien und Regionen seien aber stark unterschiedlich ausgelastet, warnte Dürr. 2002 hatte das Unternehmen 2,08 Mrd. € umgesetzt.

Im zweiten Quartal fiel ein kleiner Gewinn von 0,5 Mill. € vor Steuern an. „Trotz der Verbesserung im zweiten Quartal bleibt das Ergebnis des Konzerns unbefriedigend“, kommentierte der neue Vorstandschef Stephan Rojahn die Zahlen. Das Ergebnis im Gesamtjahr werde maßgeblich vom Produktgeschäft abhängen, das sich angesichts kürzerer Auftragszyklen immer weniger abschätzen lasse. Im ersten Halbjahr habe hoher Margendruck auf Dürr gelastet. Zudem habe das mit einem Stellenabbau und Strukturbereinigungen verbundene, bis 2005 laufende Ertragssteigerungsprogramm „Sprint Quadrat“ zu Einmalaufwendungen geführt. Während Dürr im Dienstleistungsgeschäft binnen Jahresfrist 500 Mitarbeiter mehr beschäftigt habe, sei im Engineering-Geschäft nach einem Abbau um mehr als 150 Stellen bis zum Jahresende mit einer weiteren Reduzierung zu rechnen.

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