Umsatz und Produktionswachstum
Export zieht die deutsche Chemiebranche

Das dynamisch wachsende Exportgeschäft macht die deutsche Chemieindustrie weiter zuversichtlich für das Gesamtjahr. Die Branche plane Angaben des Chemieverbandes zufolge zwar wieder mehr Investitionen in Deutschland. Mehr Arbeitsplätze seien dadurch jedoch nicht zu erwarten.

HB FRANKFURT. Die Chemieausfuhren hätten im ersten Halbjahr kräftig zugelegt und blieben damit der wichtigste Impulsgeber für die deutsche Chemiekonjunktur, sagte der Präsident des Verbandes der Chemischen Industrie (VCI), Werner Wenning, am Mittwoch in Frankfurt. In den ersten sechs Monaten sind Umsatz- und Produktion des Industriezweigs weiter gewachsen. Der Verband bekräftigte am Mittwoch auch seine Jahresprognose.

Für das Gesamtjahr hat der VCI eine Ausweitung der Chemieproduktion um 2,5 Prozent in Aussicht gestellt. Wenning verwies dabei auch auf den nachteiligen Basiseffekt der sich aus dem Anstieg der Chemieproduktion um 7 Prozent im vergangenen Jahr ergibt. Des Weiteren werde der Preisdruck durch Rohstoffe und Energie anhalten, erklärte er. Dies werde bei Chemieprodukten im Jahresdurchschnitt zu höheren Erzeugerpreisen von 3 Prozent führen. Für den Branchenumsatz prognostizierte er einen Anstieg um 5,5 Prozent.

„Unsere Mitgliedsunternehmen beurteilen die aktuelle Geschäftslage derzeit überwiegend positiv“, sagte Wenning. Das Wirtschaftswachstum in Deutschland und Europa gewinne an Fahrt. Die stärksten Wachstumsimpulse sieht der VCI gegenwärtig im Dienstleistungssektor und in der Investitionsgüterindustrie.

Im ersten Halbjahr habe die deutsche Chemieproduktion das hohe Wachstumstempo des Vorjahres nicht ganz halten können, aber immer noch ein Plus von 3,5 Prozent im Jahresvergleich erzielt, sagte Wenning. Die Basischemikalien hätten nur noch geringfügig zum Wachstum beigetragen. Dagegen hätten die Hersteller von Fein- und Spezialchemikalien ein Produktionsplus von 7,5 Prozent erzielt. Die Hersteller von Pharmazeutika hätten ihre Produktion im Halbjahr um 8 Prozent ausgeweitet.

Wenning wollte sich nicht festlegen, wann der Höhepunkt in der Produktion der chemischen Industrie erreicht sein wird. „Es ist zu früh, heute darüber zu philosophieren“, sagte er. Ein entscheidender Faktor sei dabei die Entwicklung in den Abnehmerindustrien.

Seinen Angaben zufolge haben die Chemieumsätze im ersten Halbjahr um 6 Prozent auf 81,2 Mrd Eurozugelegt. Neben dem Produktionswachstum hätten auch höhere Preise zum Umsatzanstieg beigetragen. Der Auslandsumsatz wuchs dabei um 7,5 Prozent auf 44,2 Mrd Euro, die Inlandsumsätze kletterten um 4,5 Prozent auf 37 Mrd Euro. Der Export stieg im ersten Halbjahr um 12,5 Prozent auf 57,2 Mrd Euro. Die Chemie-Importe erhöhten sich um 17,5 Prozent und erreichten einen Wert von 40,1 Mrd Euro.

Wie Wenning weiter berichtete, investieren die Chemieunternehmen wieder kräftig in Deutschland. Der VCI rechnet für 2006 mit einem Anstieg der Investitionen um 3 Prozent auf 5,5 Mrd Euro. Etwa 30 Prozent davon sollen für Kapazitätserweiterungen aufgewandt werden. Der Verbandspräsident dämpfte jedoch die Erwartungen an einen damit verbundenen Stellenaufbau. Er zeigte sich allerdings zuversichtlich, dass die Branche das im ersten Halbjahr erreichte Niveau von durchschnittlich rund 433 000 Mitarbeitern werde halten können. Die chemische Industrie ist der sechstgrößte industrielle Arbeitgeber in Deutschland.

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