Umsatzbeteiligung
Bayer legt Streit um Krebsmittel bei

Der Leverkusener Konzern Bayer hat sich mit der US-Biotechfirma Onyx über den Vertrieb eines Krebsmittels geeinigt. Demnach erhält Onyx eine Umsatzbeteiligung von 20 Prozent aller weltweiten Einnahmen.
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FrankfurtBayer und die kalifornische Biotechfirma Onyx haben ihren Streit um ein Nachfolge-Präparat des lukrativen Krebsmittels Nexavar beigelegt. Im Zuge der Vereinbarung werde Bayer die in San Francisco ansässige Firma mit 20 Prozent an den weltweiten künftigen Einnahmen mit der Substanz zur Krebstherapie beteiligen, teilte Onyx am Mittwoch mit. Onyx dürfe den Wirkstoff in den USA künftig parallel zu Bayer vermarkten. Auch die Zusammenarbeit der Unternehmen bei Nexavar in Japan wurde neu geregelt. Bayer traut dem Krebsmittel in der Spitze weltweite Umsätze von mehr als zwei Milliarden Euro zu.

An der Börse wurde die Nachricht positiv aufgenommen: Die Bayer-Aktie legte 2,8 Prozent auf 44,83 Euro zu. Onyx-Papiere schnellten in den USA sogar mehr als sieben Prozent auf 34,36 Dollar in die Höhe.

Der Wirkstoff Regorafenib, um den sich Bayer und Onyx gestritten hatten, ist eine Schwester-Substanz des Wirkstoffs Sorafenib, aus dem Nexavar hergestellt wird. Beide Substanzen sind sogenannte Multikinase-Hemmer, die das Tumor-Wachstum unterdrücken sollen. Mit Nexavar erzielte Bayer im vergangenen Jahr Umsätze von 705 Milliarden Euro - ein Plus von 16,7 Prozent.

Bayer und die US-Firma, mit der der Leverkusener Konzern beim Nieren- und Leberkrebsmittel Nexavar schon seit Jahren zusammenarbeitet, hatten sich lange um die Schwestersubstanz gestritten. Onyx war im Unterschied zu Bayer der Auffassung, auch an diesem Wirkstoff Rechte zu haben. Nun sei klar gestellt worden, dass Regorafenib ein Bayer-Wirkstoff sei, teilte der Traditionskonzern mit. Bayer sei für die weltweite Entwicklung und Vermarktung verantwortlich und werde zudem künftig auch den Außendienst von Onyx für die Vermarktung in den USA nutzen. Regorafenib steckt aktuell in der dritten und letzten Phase der klinischen Entwicklung.

In Japan, dem nach den USA weltweit zweitgrößten Pharmamarkt, regelten beide Unternehmen zudem die Vermarktung von Nexavar neu. So wird Onyx ab nächstem Jahr in dem Land nicht mehr an den Umsätzen mit dem Mittel über Lizenzgebühren beteiligt. Dafür zahle Bayer an Onyx einmalig 160 Millionen Dollar, teilte die Biotechfirma mit. Alle anderen Vereinbarungen zur Teilung der Einnahmen mit dem Präparat, der Entwicklung und Vermarktung des Mittels in den USA, blieben dagegen unverändert. Dies gilt Bayer zufolge auch, falls Onyx andere Eigentümer bekommen oder übernommen werden sollte. Nexavar ist bereits in mehr als 100 Ländern auf dem Markt.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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