Umsatzeinbruch
Bosch sieht noch kein Ende der Krise

Beim weltgrößten Automobilzulieferer Bosch ist keine Erholung in Sicht. Trotz aussichtsreicher Zukunftsprojekte wie dem Hybridantrieb oder Batterien für Elektrofahrzeuge droht auch im zweiten Halbjahr ein Umsatzeinbruch. Stellenkürzungen sind mittlerweile nicht mehr ausgeschlossen.

BOXBERG. Die Krise in der Autoindustrie verschärft die Lage auch beim weltgrößten Automobilzulieferer Bosch. Der Chef der Bosch-Autozuliefersparte, Bernd Bohr, rechnet in diesem Jahr sogar mit einem Umsatzrückgang von bis zu einem Fünftel. „Im Mai hat sich der Umsatz um 25 bis 30 Prozent verringert“, sagte Bohr auf einer Veranstaltung in Boxberg. Das sei zwar eine leichte Verbesserung gegenüber dem Umsatzeinbruch um 35 Prozent im ersten Quartal. Wenn sich das aber so im nächsten Quartal fortsetzte, werde es „sehr anspruchsvoll“, die bisherige Prognose von einem Umsatzminus von 15 Prozent noch zu erreichen. „Ich sehe das Minus bereits eher zwischen 15 und 20 Prozent.“ Bohr wich bei dieser Aussage von seinem ursprünglichen Redetext ab.

Damit wird die von Bosch bislang erwartete Erholung im zweiten Halbjahr immer unwahrscheinlicher. „Es sind noch keine Anzeichen erkennbar“, räumte Bohr ein. Sollte die Erholung weiter ausbleiben, werde es zu Personalabbau kommen, hatte Konzernchef Franz Fehrenbach bereits bei der Bilanzvorstellung im April angekündigt. Auch Bohr schloss gestern für diesen Fall nicht aus, dass die Belegschaft reduziert wird.

Die Autozuliefersparte, auf die mit knapp 60 Prozent immer noch der Löwenanteil der Konzernerlöse entfällt, erlitt bereits im vergangenen Jahr einen Umsatzrückgang um 6,7 Prozent auf 26,5 Mrd. Euro.

„Wir wollen unsere Mannschaft in diesen Krisenzeiten so weit wie möglich an Bord halten“, betonte Bohr. Ob das gelinge, hänge entscheidend von der Frage ab, wann die Autosparte wieder den Umsatz von 2007 erreichen wird. Bislang soll das 2011 wieder der Fall sein. Bosch hat zwar viele befristete Stellen abgebaut, aber mit 165 000 Beschäftigten heute noch immer annähernd so viele an Bord wie im Boomjahr 2007. In Deutschland arbeiten fast 60 000 Bosch-Beschäftigte kurz oder mit Arbeitszeitverkürzung.

Zukunftsbezogene Äußerungen des Marktführers werden vom Markt immer mit höchstem Interesse aufgenommen. Die gedämpften Erwartungen des Marktführers drückten gestern auch die Kurse der börsennotierten Autozulieferer wie die deutsche Nummer zwei Continental nach unten. In den vergangenen Tagen hatten mehrere Autoexperten düstere Prognosen für die Zulieferer abgegeben. Hauptgrund sind die allein in Europa um ein Fünftel eingebrochenen Autoverkäufe. Und noch schlimmer: Die Autokonzerne drosselten die Produktion sogar um 37 Prozent, weil sie die im vergangenen Herbst auf Halde produzierten Fahrzeuge erst verkaufen mussten. Der Bestandsabbau sei aber jetzt weitgehend abgeschlossen, betonte Bohr.

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