Umsatzeinbruch
Motorenspezialist Deutz schreibt wieder Verluste

Der Kölner Motorenhersteller Deutz ist wegen des scharfen Nachfragerückgangs in die roten Zahlen gerutscht und erwartet auch für das laufende Jahr unter dem Strich einen Verlust. Die Folge: Die Kurzarbeit wird auf alle Bereiche ausgeweitet und Dividendenzahlungen fallen aus.

KÖLN. „Der negative Trend aus dem vierten Quartal 2008 wird sich im ersten Halbjahr fortsetzen“, sagte der Vorstandsvorsitzende Helmut Leube am Donnerstag auf der Bilanzpressekonferenz. Im vierten Quartal war der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um knapp 26 Prozent gefallen, der Auftragseingang sank sogar um 42 Prozent. Leube wollte keine Prognose für 2009 abgeben und auch nichts zu der Entwicklung in den ersten beiden Monaten sagen. Die Dividende fällt für 2008 aus und dürfte auch für 2009 gestrichen werden.

Besonders starke Rückgänge hat es nach Angaben von Leube bei Kunden aus den Bereichen Baumaschinen und Gabelstapler gegeben. Auch Volvo als größter Kunde habe weniger Motoren abgenommen und werde seine Nachfrage auch im laufenden Jahr nicht steigern. Dagegen lief das Geschäft mit Dieselmotoren für die Landtechnik, aber auch mit größere Motoren für Anwendungen bei der Bahn oder im Schiffbau noch relativ gut.

Im November hatte Deutz ein Programm beschlossen, das bisher zwölf Mio. Euro eingespart hat. Für 2009 gab Leube einen hohen zweistelligen Millionenbetrag als Sparziel an. 200 der konzernweit 4 500 Stellen sollen sozialverträglich vor allem in Köln abgebaut werden, dafür hat Deutz für 2008 Rückstellungen in Höhe von zehn Mio. Euro gebildet. Die Zahl der Leiharbeiter wurde von 1 200 Mitte 2008 auf 400 Ende des Jahres gesenkt, sie soll ganz auf null gefahren werden. Auch die befristeten Verträge sollen auslaufen. Weitere Anpassungen wollte der Deutz-Chef nicht ausschließen. Seit Dezember ist für den Standort Köln Kurzarbeit von bis zu 15 Tagen pro Monat angeordnet. Diese ist nach Aussage von Leube seit Januar auf alle Bereiche mit Ausnahme der Forschung und Entwicklung ausgeweitet worden.

2008 lag der Umsatz wegen der im zweiten Halbjahr einsetzenden Schwäche mit 1,5 Mrd. Euro um 1,9 Prozent unter dem Vorjahr. Das Konzernergebnis rutschte wegen einmaliger Aufwendungen für den Stellenabbau und Anlaufverluste für das neue Joint Venture in China mit 4,2 Mio. Euro ins Minus. Im Vorjahr gab es noch einen Gewinn von knapp 60 Mio. Euro. Die Deutz-Aktie reagierte auf die Zahlen zunächst mit einem Minus von rund zehn Prozent, erholte sich aber wieder.

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