Umsatzplus durch die WM blieb aus
Druckindustrie schaut verhalten in die Zukunft

Die Druckindustrie sieht für die eigene Branche einen verhaltenen Aufwärtstrend. Zwar ist der Umsatz in den ersten vier Monaten gestiegen, doch verschiedene Faktoren, wie die geplanten Mehrwertsteuererhöhung dämpfen allzu optimistische Erwartungen.

HB FRANKFURT. Die Druckindustrie sieht für die eigene Branche einen verhaltenen Aufwärtstrend. Zwar stieg der Umsatz in den ersten vier Monaten dieses Jahres um 3,7 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum, wie der Bundesverband Druck und Medien (BVDM) am Dienstag in Frankfurt berichtete. Doch dämpften die beschlossene Mehrwertsteuererhöhung, eine anhaltende Überkapazität der Druckindustrie und steigende Preise für Papier und Farbe den Aufwärtstrend, sagte BVDM-Präsident Rolf Schwarz.

Im Jahr 2005 stieg der Umsatz der knapp 1700 Betriebe mit 20 und mehr Beschäftigten um 3,5 Prozent auf 17 Milliarden Euro gegenüber dem Vorjahr. Am deutlichsten bergauf ging es in der Druckweiterverarbeitung von Zeitschriften, Katalogen und Werbedrucken. Der Personalabbau hielt auch in den ersten vier Monaten dieses Jahres weiter an, schwächte sich jedoch im Vergleich zum Vorjahr ab. Insgesamt beschäftigt die Branche derzeit 180 000 Arbeitnehmer. Dieses Niveau werden die Unternehmen dem BVDM zufolge vorerst halten.

Kritik äußerte der Bundesverband an einer zunehmend restriktiven Einflussnahme der EU auf die Werbewirtschaft als wichtigem Auftraggeber der Druckindustrie, von dem fast zwei Drittel des Umsatzes abhingen. Die EU regiere beispielsweise mit dem verhängten Tabakwerbeverbot in nationale Kompetenzen hinein und greife mit dem Werbeverbot zugleich in die Marktchancen der Druckindustrie ein, kritisierte BVDM-Hauptgeschäftsführer Thomas Mayer.

Von der Fußball-WM erwarte der Branchenverband keine nachhaltige Umsatzsteigerung, sagte Mayer und kritisierte damit zugleich eine “überdimensionierte Lizenzierung“ durch die FIFA. Die WM habe nur zu Verschiebungen im Werbeetat der wenigen großen Lizenznehmer

geführt. Es seien jedoch keine Sondermittel dafür bereitgestellt worden.

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