Umsatzprognose 2003 reduziert
Euro-Stärke trifft Zapf

Der Höhenflug des Euro in den vergangenen Monaten hat dem exportorientierten Puppenhersteller Zapf Creation zu schaffen gemacht und die Umsatzentwicklung im ersten Halbjahr gedrückt. Angesichts der anhaltenden Dollar-Schwäche reduzierte das im MDax gelistete Unternehmen am Donnerstag seine Umsatzerwartungen für das Gesamtjahr.

Reuters RÖDENTAL. Zapf rechne 2003 nur noch mit einem realen Umsatzplus von sieben Prozent, während man bislang zehn Prozent anvisiert habe, teilte der Hersteller von Kinderlieblingen wie den „Baby born“-Puppen am Donnerstag in Rödental mit. Bereinigt um Währungseffekte werde der Zuwachs allerdings bei 15 % liegen. Die Ergebnisprognose, wonach vor Steuern und Zinsen (Ebit) ein Gewinnanstieg von 15 % erwartet werde, gelte weiter. In den ersten sechs Monaten 2003 stagnierte der Umsatz, während der Überschuss um 45 % zulegte.

Die Zapf-Aktie notierte eine Stunde nach Handelseröffnung mit 31,90 € um ein Prozent im Plus, während der Nebenwerteindex MDax lediglich um 0,2 % zulegen konnte. IM HALBJAHR UNTER DEN EIGENEN ANKÜNDIGUNGEN Das fränkische Traditionsunternehmen hatte kürzlich angekündigt, seine letzte Produktionsstätte in Deutschland zu schließen. Ähnlich wie viele Sportartikelkonzerne lässt Zapf in Niedriglohnländern produzieren.

Der Überschuss in den ersten sechs Monaten kletterte den Angaben zufolge auf 2,8 (Vorjahreszeitraum 1,9) Mill. €. Vor Steuern und Zinsen ergab sich ein Gewinnanstieg von 37 % auf 4,8 Mill. €. Der Umsatz stagnierte mit 60 Mill. € auf Vorjahresniveau. Um negative Währungseffekte bereinigt habe sich jedoch ein Plus von sechs Prozent ergeben. Die - besonders wechselkursempfindlichen - Regionen Amerika, Asien und Australien haben bei Zapf einen Anteil an den gesamten Konzernerlösen von über 23 %.

Zapf hatte im Mai auf Basis der damaligen Währungsrelationen für die ersten sechs Monate einen Umsatz von 63 Mill. € sowie ein Ebit von fünf Mill. € in Aussicht gestellt. Besonders gut läuft nach Unternehmensangaben die 2002 eingeführte „Baby Annabell“-Puppe, deren verfügbares Zubehör nochmals ausgeweitet wurde. Die Puppe ist interaktiv und reagiert auf das Kind. Weniger zufrieden ist das Unternehmen hingegen mit dem Verkauf der „Baby born-miniworld“ - Accessoires und Kulissen für die bekannte Puppenserie.

Die regionalen Umsätze entwickelten sich Zapf zufolge unterschiedlich. Nach wie vor befänden sich Großbritannien und die USA auf Wachstumskurs - hier habe man währungsbereinigt ein Plus von 18 beziehungsweise 21 % verbucht. Auf realer Basis ergebe sich für Großbritannien allerdings nur ein Anstieg von sechs Prozent, während in den USA sogar ein leichtes Minus angefallen sei. In der Region Zentraleuropa liege man hinter den Planungen zurück: „Die anhaltende Kaufzurückhaltung bei den Konsumenten und ein unter den Erwartungen liegendes Ostergeschäft, insbesondere in Deutschland, sind ursächlich für diese Umsatzrückgang.“

Zapf hatten erst vor zwei Wochen angekündigt, sich auf Grund der Konsumflaute aus dem Geschäft mit Künstler- und Sammlerpuppen zurückzuziehen und in diesem Zuge die gesamte Produktion in Deutschland zu schließen.

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