Umsatzrekord
Autoboom schiebt ZF Friedrichshafen an

Gute Nachrichten von ZF Friedrichshafen: Der Autozulieferer hat die Krise schneller als erwartet abgehakt. Das Unternehmen erwartet in diesem Jahr einen neuen Umsatzrekord.
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HB STUTTGART. Der Autozulieferer ZF Friedrichshafen kämpft angesichts des unerwartet steilen Aufschwungs mit Rohstoffknappheit und sorgt sich um das Überleben zahlreicher Lieferanten. „Wir haben 37 Lieferanten auf der Watchlist“, sagte ZF-Vorstandschef Hans-Georg Härter am Dienstag in Stuttgart. „Bei einigen sehen wir deutliche Probleme.“ Es gebe Engpässe etwa bei Aluminium, Stahl und Wälzlagern.

Die Lieferanten seien zum Teil finanziell in Bedrängnis und könnten mangels ausreichender Finanzierung die hohe Nachfrage kaum bedienen. ZF springe daher in die Bresche und unterstütze notleidende Lieferanten mit längeren Zahlungszielen, Vorfinanzierungen und notfalls auch mit der Übernahme. Vor wenigen Wochen hatte ZF bereits die Druckguss-Tochter Fonderie Lorraine aus der Insolvenzmasse des Zulieferers Honsel erworben, um die Belieferung seiner eigenen Kunden sicherzustellen.

ZF rangiert in Deutschland nach Bosch und Continental auf Platz drei in der Rangliste der größten Autozulieferer, weltweit nimmt der Hersteller von Lenkungen, Getrieben und Fahrwerkstechnik Platz neun ein. Zum eigenen Lieferantennetz zählen rund um den Globus knapp 1000 Firmen, von denen ZF Teile für die Produktion bezieht. Nach dem Krisenjahr 2009 läuft die Produktion bei ZF selbst wieder auf vollen Touren. Die bereits seit Jahresmitte wieder aufgestockte Belegschaft soll 2011 um weitere 3000 Stellen auf gut 67 000 Beschäftigte wachsen.

„Wir haben unerwartet schnell in die Erfolgsspur zurückgefunden“, sagte Vorstandschef Härter, der mit dem Aufsichtsrat über eine mögliche Verlängerung seines noch bis Ende 2011 laufenden Vertrages verhandelt. Nach dem Umsatzrückgang im vergangenen Jahr auf 9,4 Milliarden Euro werde ZF in diesem Jahr voraussichtlich einen Rekorderlös von mehr als 12,9 Milliarden Euro erzielen. Dazu habe unter anderem die hohe Nachfrage in den Schwellenländern und die Erholung der Nutzfahrzeugbranche beigetragen.

Auch schreibe die Gesellschaft nach dem Verlust von 421 Millionen Euro im Jahr 2009 inzwischen wieder schwarze Zahlen. Härter räumte jedoch ein, dass das Rekordergebnis des Jahres 2007 in Höhe von 518 Millionen Euro 2010 noch nicht wieder erreicht werde. Die Mitarbeiter bekämen pro Kopf rund 500 Euro Erfolgsbeteiligung, dafür ziehe ZF im Gegensatz zu einigen Wettbewerbern die für April 2011 vereinbarte Tariferhöhung nicht auf Februar vor.

„Wir haben unsere Finanzstärke wieder erlangt, generieren Cash und können unsere Investitionen selbst finanzieren“, zog Härter Bilanz unter das zu Ende gehende Jahr. Der Anfang 2009 wegen Liquiditätsengpässen bei der Förderbank KfW aufgenommene zinsgünstige Kredit werde nicht in Anspruch genommen und fristgerecht im Jahr 2012 zurückgezahlt.

In das kommende Jahr geht ZF mit Zuversicht, da sich der monatliche Auftragseingang seit dem Frühjahr auf bis zu 1,4 Milliarden Euro beläuft. Die Autoindustrie sei wieder auf Wachstumskurs und profitiere insbesondere vom boomenden chinesischen Markt. Dort werde sich die Fahrzeugproduktion um rund 30 Prozent auf gut 20 Millionen Stück im Jahr 2013 erhöhen.

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