Umsatzrendite des Konzerns fällt nach Steuern dennoch auf unter ein Prozent: Sparprogramm bewahrt Volkswagen vor dem Absturz

Umsatzrendite des Konzerns fällt nach Steuern dennoch auf unter ein Prozent
Sparprogramm bewahrt Volkswagen vor dem Absturz

Nur das im Frühjahr 2004 eingeleitete Sparprogramm „For Motion“ hat den Wolfsburger Volkswagen-Konzern im vergangenen Geschäftsjahr davor bewahrt, der Verlustzone ganz nah zu kommen. Das Unternehmen hat zwar durch die Einsparungen seine zuvor reduzierte Gewinnprognose leicht übertroffen, bewegt sich aber weiter auf dünnem Eis.

hof FRANKFURT. Nach Abzug der Steuern erwirtschaftete Europas größter Autobauer 2004 noch eine Marge von mageren 0,8 Prozent, die operative Umsatzrendite sank um ein Viertel und lag noch bei 2,25 Prozent. Einen Ausblick auf das laufende Jahr will der Vorstand erst am 8. März geben. Konzernchef Bernd Pischetsrieder hatte bereits angedeutet, dass es nicht einfach wird, 2005 besser abzuschneiden. Im nächsten Jahr sollen die Erträge dann wieder reger sprudeln, hat VW-Finanzchef Hans Dieter Pötsch versprochen.

Im vergangenen Jahr erzielten die Wolfsburger bei einem um 4,9 Prozent auf 88,96 Mrd. Euro gestiegenen Umsatz noch ein operatives Ergebnis vor Sondereinflüssen von rund zwei Mrd. Euro nach 2,3 Mrd. Euro im Vorjahr. Von dem Unternehmen selbst und den meisten Analysten prognostiziert waren rund 1,9 Mrd. Euro. VW hatte seine Erwartungen zur Jahresmitte von ursprünglich 2,5 Mrd. Euro reduziert.

Alarmierend ist, dass der VW-Konzern im Kerngeschäft, also mit dem Verkauf von Autos, immer weniger verdient. Denn wie aus der Mitteilung aus Wolfsburg hervorgeht, blieb „das Ergebnis des Finanzdienstleistungsbereichs auf dem hohen Vorjahresniveau“. Das bedeutet, dass der Ergebnisrückgang um rund ein Fünftel voll zu Lasten des Automobilbereichs geht, der trotz eines leicht gestiegenen Absatzes auf 5,1 Mrd. Fahrzeuge operativ nur noch gut eine Mrd. Euro eingebracht hat. Da die Audi-Markengruppe auch 2004 erfolgreich war, ergeben sich neben dem Nutzfahrzeugbereich wahrscheinlich auch für die Kernmarke VW rote Zahlen.

An der Börse wurden das Gesamtergebnis und vor allem die konstante Dividende positiv aufgenommen. Trotz des Ergebniseinbruchs im Vergleich zum Vorjahr zahlt VW wieder eine Dividende von 1,05 Euro je Stamm- und 1,11 Euro je Vorzugsaktie. In einem insgesamt stabilen Markt legte das Papier der Wolfsburger um zeitweise 2,5 Prozent auf mehr als 38 Euro zu. Das ist der höchste Kurs in den vergangenen zehn Monaten. Die Arbeitnehmerseite hatte nach der vergangenen Tarifrunde mit tiefen Einschnitten für die Belegschaft auch einen „Sparbeitrag der Anteilseigner“ gefordert. Besonders das Land Niedersachsen – mit rund 18 Prozent größter Aktionär bei Volkswagen und mit zwei Sitzen im Aufsichtsrat vertreten – dürfte angesichts der klammen Länderfinanzen auf eine konstante Dividende hingewirkt haben.

Optimistisch stimmt die Anleger anscheinend auch, dass das von Pischetsrieder im Frühjahr eingeleitete Sparprogramm „For Motion“ die erwarteten Ergebnisse liefert. VW beziffert den Netto-Ergebniseffekt für 2004 auf rund 1,2 Mrd. Euro. „Durch diese Kostensenkung konnte der Konzern den zusätzlichen Druck im Autogeschäft auffangen“, kommentierte Lars Ziehn, Autoexperte der WestLB. Im laufenden Jahr soll der Spareffekt brutto sogar drei Mrd. Euro betragen, hat Pischetsrieder angekündigt.

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