Umsatzrückgänge: Deutsche Wassersportwirtschaft kämpft mit Gegenwind

Umsatzrückgänge
Deutsche Wassersportwirtschaft kämpft mit Gegenwind

Sorgenfalten beim Geschäftsführer des Bundesverbandes Wassersportwirtschaft Jürgen Tracht. Angesichts der momentanen konjunkturellen Ungewißheit entscheiden sich viele Wassersportbegeisterte gegen einen Bootskauf. Die Hoffnungen werden nun auf die Superyachten gesetzt, deren Umsatz in den letzten Jahren immer weiter angestiegen ist.

HB DÜSSELDORF. Deutschlands Wassersportwirtschaft kämpft mit Gegenwind. Im vergangenen Jahr sei der Umsatz mit maritimen Gütern und Dienstleistungen in Deutschland um 2,8 Prozent auf knapp 1,7 Milliarden Euro zurückgegangen, berichtete am Dienstag der Geschäftsführer des Bundesverbandes Wassersportwirtschaft Jürgen Tracht anlässlich der Messe „Boot 2006“ in Düsseldorf.

Auch für das laufende Jahr rechnet ein Großteil der Branche mit einer weiteren Verschlechterung der Situation.

Dabei ist Tracht zufolge eine deutliche Zweiteilung des Marktes zu beobachten. Kaufzurückhaltung ist vor allem bei kleineren Booten im Wert von bis zu 50.000 Euro zu spüren, auf die immerhin 80 Prozent des Marktes entfallen. Hier brach der Umsatz 2005 spürbar ein.

Statt ein neues Boot zu erwerben, investierten viele Bootsbesitzer angesichts der konjunkturellen Ungewissheiten derzeit offenbar lieber in die Ausrüstung des alten Schiffes, meinte Tracht.

Bei größeren Yachten, die in der Regel ein erhebliches Vermögen voraussetzen, weist der Trend dagegen weiter steil nach oben. Vor allem Superyachten, die mehrere hundert Millionen Euro kosten können, erleben einen regelrechten Boom. „Diese Boote werden immer mehr zu einem Statussymbol, mit dam man sich von anderen Wohlhabenden differenzieren kann“, berichtete der Branchenbeobachter Frederik Lehner vom Marktforschungsinstitut InterConnection.

Europaweit rechnet die Branche für das vergangene Jahr bei den so genannten Superyachten mit einem Wachstum von über 28 Prozent auf 651 Neubauten. Auf der „Boot 2006“ etwa präsentiert die KaiserWerft aus Saal an der Donau die 41 Meter lange Motoryacht „Catwalk“. Kaufpreis: 11,9 Millionen Euro.

Doch kann der Boom der Superyachten in Deutschland die Einbußen beim Geschäft mit „normalen“ Kunden nicht wettmachen. Insgesamt rechnen die Hersteller von Motor- und Segelyachten für 2005 mit einem Umsatzrückgang von 4,9 Prozent. Deutlich pessimistischer als bisher fallen auch die Erwartungen für die Zukunft aus. Nur 57,4 Prozent der Unternehmen glauben an eine gleich bleibende oder bessere Entwicklung in 2006. Im Vorjahr waren es noch 71,5 Prozent.

Positiver ist die Entwicklung bei Unternehmen mit einem starken Standbein im Exportgeschäft. Denn europaweit stehen die Zeichen eher auf Wachstum. 2005 stiegen die Umsätze mit neuen Segelyachten und Motorbooten in Europa Schätzungen zufolge um 5,8 Prozent.

„Die Zahl der Wohlsituierten und Neureichen wächst schneller als die Wirtschaft“, begründete Branchenkenner Lehner den Boom. So konnten die deutschen Segelboothersteller im ersten Halbjahr die Trendwende beim Export schaffen und die Umsätze wieder steigern.

Auf der internationalen Bootsausstellung in Düsseldorf zeigen vom 21. bis zum 29.Januar rund 1.650 Aussteller aus 50 Ländern alles rund um den Wassersport von der Superyacht bis zum Charterboot und vom Anglerbedarf bis zum Taucheranzug.

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