Umsatzrückgänge und Verluste drücken auf die schon dünne Kapitaldecke
Kunert kommt nicht aus den roten Zahlen

Der Allgäuer Strumpfhersteller Kunert AG steckt tief in der Krise. Auch im vergangenen Jahr hat es die Firma nicht geschafft, einen Gewinn einzufahren.Vorstandssprecher Hubert Nopper will nun im laufenden Jahr endlich die Wende schaffen. Schwarze Zahlen seien selbst „bei stagnierendem oder leicht rückläufigem Umsatz“ möglich, sagte er gestern in München.

cbu MÜNCHEN. Das börsennotierte Traditionsunternehmen aus Immenstadt befindet sich seit vielen Jahren in schweren Turbulenzen. Jahr für Jahr brechen die Umsätze weg, gleichzeitig schreibt Kunert immer neue Verluste. Die Eigenkapitalquote liegt derzeit bei nur noch 5 %. „Das ist dünn und sehr wenig“, räumt selbst Kunert-Chef Nopper ein. Doch es gebe noch stille Reserven im Immobilienbesitz. An eine Kapitalerhöhung oder einen Investor sei derzeit nicht zu denken. „Dazu müssten erste Erfolge der Sanierung sichtbar sein“, gab sich Nopper gestern realistisch. Derzeit halten die Nachfahren von Firmengründer Julius Kunert 51 % der Stammaktien. Größere Pakete seien zudem in den Händen von Einzelinvestoren, sagte Nopper. Zu den Hausbanken gehört unter anderem die Hypo-Vereinsbank.

Aber die Luft wird offenbar immer dünner. Vertriebsvorstand Lothar Peters teilte mit, 2004 könne Kunert nur noch einen weiteren Umsatzrückgang von bis zu 7 % verkraften. Fest steht: Auch weitere Verluste kann sich die Firma nicht mehr leisten. 2003 ging der Umsatz erneut um 9 % auf 117,1 Mill. Euro zurück. Der Grund dafür war insbesondere der heiße Sommer.

Aber auch der anhaltende Preisverfall bei Strümpfen und die schwache Nachfrage nach Textilien der Marke „Burlington“ machte Kunert zu schaffen. Wie 2002 musste das Unternehmen 2003 einen Jahresfehlbetrag von 2,8 Mill. Euro ausweisen. Ursprünglich war ein ausgeglichenes Ergebnis angepeilt worden.

Ein weiterer Arbeitsplatzabbau sei derzeit nicht geplant. 2003 ging die Zahl der Mitarbeiter um fast 300 auf gut 1 800 zurück. Zudem sollen jetzt die Konzernmarken Kunert, Burlington und Hudson neu positioniert werden. Konkurrent Falke hatte Kunert zuletzt überflügelt.

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