Umsatzrückgang bei Lipitor
Generika-Konkurrenz macht Pfizer zu schaffen

Der US-Pharmariese Pfizer hat im zweiten Quartal wegen der scharfen Konkurrenz durch Generikaanbieter und eines Umsatzrückgangs bei seinem Kassenschlager Lipitor einen Gewinneinbruch verzeichnet. Die Papiere des Unternehmens reagierten prompt.

HB NEW YORK. Wie der weltweite Branchenprimus am Mittwoch in New York mitteilte, sank der Gewinn um fast die Hälfte auf 1,27 Mrd. Dollar nach 2,42 Mrd. Dollar vor Jahresfrist. Pro Aktie brach damit der Gewinn auf 18 Cent ein nach 33 Cent im Vorjahreszeitraum. An der US-Börse kam das Zahlenwerk nicht gut an: Pfizer-Aktien verloren zu Handelsbeginn fast drei Prozent auf 25,24 Dollar.

Pfizer habe im zweiten Jahresviertel mit einem schwierigen Umfeld zu kämpfen gehabt, räumte Konzernchef Jeffrey Kindler ein. An den Gewinnzielen für 2007 und 2008 hielt das Management dennoch fest. „Dies unterstreicht unsere Fähigkeit, unsere Ziele trotz eines wettbewerbsintensiven und komplexen Umfelds zu erfüllen“, erklärte Kindler. Für das Gesamtjahr erwartet Pfizer im Konzern demnach wie bisher einen bereinigten Gewinn je Aktie zwischen 2,08 und 2,15 Dollar. 2008 soll der bereinigte Gewinn je Anteilschein dann zwischen 2,31 und 2,45 Dollar liegen.

Ohne Sonderposten kam der New Yorker Konzern im zweiten Quartal auf einen Gewinn je Aktie von 42 Cent. An der Wall Street wurden mit im Schnitt 50 Cent jedoch deutlich mehr erwartet. Der Konzernumsatz sank um sechs Prozent auf 11,08 Mrd. Dollar und lag damit ebenfalls unter den Analystenprognosen.

Bei Pfizer drücken gegenwärtig mehrere Faktoren auf die Gewinnentwicklung. So haben die beiden lukrativen Mittel Zoloft gegen Depressionen und Norvasc gegen Bluthochdruck den Patentschutz verloren. Dazu kommt, dass inzwischen deutlich günstigere Nachahmerkopien für den Cholesterinsenker Zocor von Merck & Co auf dem Markt sind. Damit sinkt auch die Nachfrage nach dem Pfizer-Topmedikament Lipitor. Im zweiten Quartal gingen die Umsätze mit dem Kassenschlager weltweit um 13 Prozent zurück. Zwar zogen die Lipitor-Umsätze um fünf Prozent im Ausland an, im wichtigen US-Markt brachen die Erlöse mit dem Cholesterinsenker dagegen um 25 Prozent ein.

Für das Gesamtjahr sei bei Lipitor mit einem stabilen Umsatz bis hin zu einem fünfprozentigen Erlös-Rückgang zu rechnen, erklärte das Management. Pfizer kam mit dem Mittel zuletzt auf einen Jahresumsatz von rund 13 Mrd. Dollar. Die schwache Entwicklung bei seinem Top-Medikament kommt für den Konzern zu einem ungünstigen Zeitpunkt. Denn derzeit hat das Unternehmen offenbar kein weiteres umsatzstarkes neues Cholesterin-Medikament in der Hinterhand, das die Umsatzdelle wettmachen könnte. Im Dezember hatte Pfizer die Entwicklung eines Blutfettsenkers gestoppt, dem Experten zuvor hohe Umsatzchancen eingräumt hatten. Für Lipitor läuft der Patentschutz in den USA noch bis zum Ende des Jahrezehnts.

Einige andere Medikament verzeichneten dagegen Zuwächse im Quartal. So nahmen die Erlöse mit dem Mittel Geodon zur Bekämpfung der Schizophrenie um acht Prozent auf 178 Mill. Dollar zu. Mit dem Schmerzmittel Celebrex setzte der Arzneimittelhersteller 478 Mill. Dollar um, das ist ein Prozent mehr als vor Jahresfrist. Einen Umsatzsprung von 49 Prozent schaffte das Mittel Lyrica gegen neuropathische Schmerzen. Es kam auf Erlöse von 405 Mill. Dollar.

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