Umsatzrückgang
Lackier-Gebäude werden für Dürr zum Problem

Umsatzrückgang um elf Prozent: Der Autozulieferer Dürr enttäuscht die Erwartungen der Analysten. Immerhin nimmt der Auftragseingang deutlich zu. Vor der Homag-Übernahme aktualisiert Dürr seine Prognose.
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StuttgartVerzögerungen bei einigen Projekten haben dem Autozulieferer Dürr im zweiten Quartal zu schaffen gemacht. Der Umsatz des Spezialisten für Lackieranlagen sank von April bis Juni um elf Prozent zum Vorjahr auf 522 Millionen Euro. Der Gewinn vor Steuern und Zinsen (Ebit) ging um drei Prozent auf 45 Millionen Euro zurück, wie Dürr am Donnerstag mitteilte. Bei einigen Kunden seien die Gebäude für neue Auto-Lackieranlagen nicht rechtzeitig fertiggestellt worden, erklärte ein Sprecher.

Von Reuters befragte Analysten hatten mit einem Umsatzanstieg im zweiten Quartal auf 654 Millionen Euro und einem Ebit von 47 Millionen Euro gerechnet. Die Aktie des im MDax notierten Maschinenbauers rutschte um fünf Prozent, nachdem sie in den vergangenen Wochen wegen der anstehenden Übernahme der Homag schon deutlich an Wert eingebüßt hatte.

Für das zweite Halbjahr stellte Vorstandschef Ralf Dieter Besserung in Aussicht. „Die Investitions-Pipeline bei unseren Kunden ist weiterhin gut gefüllt“, erklärte er. So seien weitere große Projekte der Autoindustrie in China zu erwarten. Der Auftragseingang stieg im zweiten Quartal um 15 Prozent auf 707 Millionen Euro zu, so dass in der ersten Jahreshälfte fast das Niveau des Vorjahres erreicht werden konnte. Mit einem Auftragsbestand von insgesamt 2,35 Milliarden Euro ist das Unternehmen aus Bietigheim-Bissingen bis in das kommende Jahr hinein voll ausgelastet. Die Zahl der Mitarbeiter soll von zuletzt 8300 weiter steigen auf 8500 bis Jahresende.

Der MDax-Konzern aktualisierte seine Prognose: Der Umsatz werde das untere Ende der erwarteten Spanne von 2,4 bis 2,5 Milliarden Euro - und damit das Vorjahresniveau - erreichen. Bei der Ebit-Marge peilt Dürr hingegen nun das obere Ende seines Zielkorridors von 8,0 bis 8,5 Prozent an nach 8,3 Prozent im ersten Halbjahr. Im kommenden Jahr, wenn die vor kurzem angekündigte Übernahme des Holzmaschinenbauers Homag wirksam wird, ist dieses Renditeniveau nicht zu erreichen.

Der Übernahmekandidat erwirtschaftete zuletzt nur 4,4 Prozent operativen Gewinn vom Umsatz. Ziel von Dürr ist es, Homag auf das eigene Renditeniveau zu trimmen. Mit dem Zusammenschluss der beiden Maschinenbauer sollen Synergieeffekte gehoben werden.

Angesichts einer Gesamtliquidität von 790 Millionen Euro sei die Übernahme der Homag ohne das Risiko einer Verschuldung zu stemmen, erklärte Finanzvorstand Ralph Heuwing. Die Schwaben halten Ausschau nach weiteren Zukäufen, um sich unabhängiger von der Autoindustrie zu machen, wo sie schon eine führende Stellung als Zulieferer haben.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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