Umsatzstärkster Tag
Bescherung für den Einzelhandel

Auf der Suche nach Geschenken für ihre Liebsten strömten die Deutschen heute in die Innenstädte. Der dritte Adventssamstag hat den Einzelhändlern nach einer ersten Zwischenbilanz den bislang umsatzstärksten Tag des Jahres beschert.

HB BERLIN. „Wir erwarten heute sehr, sehr starke Umsätze“, sagte der Geschäftsführer des Branchenverbandes HDE, Hubertus Pellengahr, der dpa-Rufa. Er rechne damit, dass sich der Geschenkekauf auf diesen Samstag konzentrieren werde, da in der kommenden Woche vermehrt Essenseinkäufe anstünden. Besonders beliebt als Weihnachtsgeschenke seien in diesem Jahr Spielwaren, Schmuck und Unterhaltungselektronik wie Flachbildschirme und Navigationsgeräte. Wegen der anstehenden Mehrwertsteuererhöhung seien auch Möbel sehr gefragt.

Der Sprecher des Handelsriesen KarstadtQuelle, Jörg Howe, sprach ebenfalls vom umsatzstärksten Tag des Jahres. „Die Tüten sind größer und voller - und der durchschnittliche Bon ist auch größer, wie die Geschäftsführer aus den Häusern berichten“, sagte er der dpa. Seit einigen Tagen würden neben den einschlägigen Geschenken auch verstärkt Textilien gekauft. Am kommenden Samstag, einen Tag vor Heiligabend sei nun noch „mit den üblichen Panikkäufen“ zu rechnen.

Ähnlich äußerten sich Sprecher der Handelsverbände bundesweit. In Baden-Württemberg sprach ein Sprecherin sogar von Umsätzen, die 10 bis 15 Prozent über dem Vorjahresniveau lägen. „Man hat am Samstag deutlich den Druck gespürt, dass viele noch Geschenke kaufen wollten“, sagte sie. In Bayern hieß es: „Wir sind sehr zufrieden. Die Leute schauen nicht nur, sie kaufen auch.“ Mit dem bisherigen Weihnachtsgeschäft zeigte sich Pellengahr dagegen eher unzufrieden. Das Geschäft sei verhalten gelaufen, sagte er der dpa. Die Samstage seien zwar gut gewesen, doch wegen des milden Wetters seien die anderen Tage eher ruhig gewesen. „Die Menschen waren bisher nicht in Weihnachtsstimmung.“

Unterdessen forderte Pellengahr eine Abschaffung der Abendzuschläge für Beschäftigte im Einzelhandel. Die Zuschläge von 50 Prozent für Arbeitszeiten nach 20 Uhr seien „für die Zukunft völlig unpassend“, sagte er am Samstag im Deutschlandradio Kultur. Es müssten intelligentere und leistungsbezogene Lösungen der Bezahlung gefunden werden. Es sei außerdem „ungerecht“, dass Beschäftigte, die vor allem abends arbeiteten, deutlich mehr Geld erhielten als andere. „Das kann auch nicht im Sinne der Gewerkschaften sein“, sagte Pellengahr. Darüber müsse im Januar mit der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di verhandelt werden. Für den Verkauf am Sonntag forderte Pellengahr zudem eine bundeseinheitliche Obergrenze: „Wir sind der Meinung, vier Sonntage sind genug“, sagte Pellengahr. Er räumte allerdings ein, dass der verkaufsoffene Sonntag in Berlin und in einigen neuen Bundesländern „ein großer Erfolg“ für den dortigen Einzelhandel sei.

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