Umsatzsteuer hinterzogen: Firmenbosse wegen Steuerbetrugs angeklagt

Umsatzsteuer hinterzogen
Firmenbosse wegen Steuerbetrugs angeklagt

Sechs Firmenbosse aus Frankreich, Deutschland und Großbritannien sollen als Teil eines Netzwerks knapp 230 Millionen Euro hinterzogen haben. Die Angeklagten zahlten beim Handel mit Emissionsrechten keine Umsatzsteuer.
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FrankfurtAls Teil eines gigantischen Netzwerks sollen sechs Firmenbosse fast eine viertel Milliarde Euro an Umsatzsteuern hinterzogen haben. Die Frankfurter Generalstaatsanwaltschaft, die nach Angaben vom Mittwoch Anklage erhoben hat, spricht von einem Schaden von 230 Millionen Euro, den die mutmaßliche Bande im internationalen Handel mit Emissionsrechten angerichtet haben soll. Beschuldigt werden derzeit allerdings insgesamt rund 170 Verdächtigte, auf deren Konto ein Schaden in Höhe von insgesamt etwa 850 Millionen Euro gehen soll.  

Die nun angeklagten Geschäftsführer aus Frankreich, Deutschland und Großbritannien sollen von September 2009 bis April 2010 beim Handel mit Luftverschmutzungsrechten Umsatzsteuer in gigantischem Stil hinterzogen haben. Über deutsche Gesellschaften kauften sie laut Anklage Emissionsrechte für Treibhausgase aus dem Ausland und verkauften sie über zwischengeschaltete Gesellschaften weiter. Umsatzsteuer zahlten sie dabei keine. Die letzte Gesellschaft dieser Kette soll die Zertifikate wieder ins Ausland verkauft haben. Dabei erstattete das Finanzamt dann die Umsatzsteuer.  

Die jetzt erhobene Anklage gegen das Sextett im Alter zwischen 27 und 65 Jahren umfasst 500 Seiten, ist aber erst der Anfang. Über 200 Aktenordner haben die Fahnder wegen der anderen Beschuldigten bereits gefüllt. Zu ihnen gehören auch sieben Mitarbeiter der Deutschen Bank. Im April vergangenen Jahres hatten mehr als 1000 Ermittler bundesweit über 230 Objekte durchsucht, darunter auch die Hauptverwaltung der Deutschen Bank in Frankfurt.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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