Umsatzverlust durch die Veräußerung erwartet
Villeroy & Boch gibt drei Fliesenwerke ab

Der Keramikspezialist Villeroy & Boch verkauft im Rahmen der Sanierung seiner defizitären Fliesensparte nach dem französischen Fliesenwerk in Oiry drei weitere Werke in Italien, Ungarn und Rumänien.

HB FRANKFURT. Trotz weiter rückläufiger Umsätze in der Fliesensparte seien die konzernweiten Erlöse in den ersten fünf Monaten 2004 dank erhöhter Nachfrage nach Produkten aus den Bereichen Tischkultur und Bad/Küche um 4,6 % gestiegen, teilte das im Kleinwertesegment SDax gelistete Unternehmen am Montag in Mettlach weiter mit. In Deutschland sei der Umsatz um zwei Prozent gestiegen.

Im Gesamtjahr werde der Konzernumsatz nicht so stark wachsen, sagte Firmenchef Wendelin von Boch: „In den ersten fünf Monaten haben wir einen Sonderauftrag für Spanien ausgeliefert, und auch durch den Verkauf der Fliesenwerke fallen gewisse Umsätze weg“, sagte von Boch. Der Umsatzverlust durch die Veräußerung der Fliesenwerke solle allerdings durch die Produktionsverlagerung der unter der Marke „Villeroy & Boch“ hergestellten Fliesen in das Werk Merzig sowie durch Zukäufe begrenzt werden. Von Boch bekräftigte die Erwartung, 2004 unter anderem durch stärkeres internationales Wachstum wieder in die schwarzen Zahlen zurückkehren zu wollen.

Die drei Fliesenwerke wurden den Angaben nach an die österreichische Lasselsberger-Gruppe verkauft. Zum Veräußerungspreis sei Stillschweigen vereinbart worden, sagte der Konzernchef. „Wir haben gewisse Buchverluste, aber die sind durch Rückstellungen aus dem letzten Jahr abgesichert.“ Erst vor zwei Wochen hatte der Mettlacher Konzern sein Fliesenwerk im französischen Oiry an die italienische Fliesengruppe EPOCA veräußert. Die bislang in Italien und in Oiry unter dem Markennammen „Villeroy & Boch“ hergestellten Produkte sollen von Boch zufolge weitgehend in das Merziger Werk verlagert werden. Der Personalbestand in den Fliesenwerken werde durch die Verkäufe auf 1380 von bisher 2100 reduziert. Die Mitarbeiter der verkauften Werke würden von den neuen Eigentümern komplett übernommen, sagte von Boch. Der Verkauf der Werke in Ungarn und Rumänien stehe unter dem Vorbehalt der Zustimmung des Kartellamtes.

Villeroy & Boch will künftig nur noch in Merzig und im französischen La Ferté Gaucher Fliesen herstellen. Im ersten Quartal hatte der Konzern bei einem operativen Konzerngewinn von 7,7 Mill. € in der Fliesensparte einen Verlust von 2,3 Mill. € eingefahren. Die Villeroy & Boch-Aktie gab am Montagvormittag in einem unveränderten Marktumfeld ein Prozent ab auf 9,10 €.

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