Umsatzwachstum 2006
Pizzen nähren Dr. Oetker

Die Europäer mögen Tiefkühl-Pizzen. Das freut Dr. Oetker, den Marktführer. Nicht zuletzt wegen des ungebrochenen Booms bei den Fertiggerichten hat das Unternehmen seinen Umsatz gesteigert.

HB BIELEFELD. Die Erlöse seien um 2,7 Prozent auf 1,47 Mrd. Euro geklettert, teilte die Dr. Oetker GmbH, die Lebensmittelsparte der Oetker-Gruppe, am Mittwoch in Bielefeld mit. Das Auslandsgeschäft legte um 7,8 Prozent auf 812 Mill. Euro zu, der deutsche Umsatz sank wegen des Verkaufs von Langnese Honig um 3 Prozent auf 658 Mill. Euro. Operativ habe der deutsche Umsatz um 1,4 Prozent über dem Vorjahr gelegen. „Das Ergebnis lag im Plan“, sagte der Vorsitzende der Geschäftsführung, August Oetker. Der Ertrag sei mit dem Umsatz gewachsen. Gewinnzahlen nennt Oetker traditionell nicht.



Im laufenden Jahr habe das Unternehmen ehrgeizige Umsatzziele, kündigte Oetker an. Die Dr. Oetker GmbH werde stärker als der Markt wachsen; das Marktwachstum liege bei etwa 3 Prozent. Wachstumsmotoren sollen die Segmente Pizza und Frische mit beispielsweise fertigen Desserts sein.

Außerdem kündigte die Dr. Oetker GmbH an, „mit sofortiger Wirkung“ die britische Backwarenmarke Supercook von der Schweizer Hero AG zu übernehmen. Das Unternehmen mit einem Umsatz von rund 50 Mill. Euro sei seit drei Jahrzehnten Marktführer auf der Insel bei Back- und Dekorprodukten. Über den Kaufpreis sei Stillschweigen vereinbart worden. „Supercook ist der Dr. Oetker von Großbritannien“, sagte Verkaufs-Geschäftsführer Volkmar Preuß. Das Unternehmen habe einen Marktanteil von knapp unter 60 Prozent.

Oetker ist Pizza-König

Dr. Oetker ist mit einem Anteil von 26 Prozent Marktführer bei Tiefkühlpizzen in Europa. Das Segment wuchs im Vergleich zum Vorjahr um 7,3 Prozent, während der europäische Pizzamarkt um 2 bis 3 Prozent auf 2,9 Mrd. Euro zulegte, hieß es. Auch auf dem deutschen Markt – mit einem Volumen von 820 Mill. Euro der größte in Europa – konnte Dr. Oetker den Marktanteil seiner Pizzen ausbauen. Pizza habe einen Umsatzanteil von 31,5 Prozent; größer sei nur das Nährmittelsegment mit Backmischungen, Dessertpulver, Fertiggerichten und Müsli mit einem Umsatzanteil von 40 Prozent. Das Tiefkühlfischsegment wuchs um 12,1 Prozent.

Das neue strategische Geschäftsfeld Frische mit Fertigdesserts wuchs nach Sortimentsbereinigungen um 1 Prozent, der Anteil am Oetker-Umsatz lag bei 13,1 Prozent. Der Trend gehe aber vom Pulver zu fertigen Produkten, betonte Oetker. Mit seinen Produkten sei das Unternehmen neben Deutschland in Großbritannien, Irland, Italien, Österreich und Finnland vertreten. In diesen Ländern sei der Frischeumsatz um 11,3 Prozent gewachsen. Wegen der Markteinführungskosten habe das Segment 2006 insgesamt Verluste gemacht, sagte Frische-Geschäftsführer Ralf Blomeier. Spätestens in zwei Jahren solle die Gewinnschwelle erreicht sein.

Der Auslandsumsatz übertraf 2006 mit 56 Prozent den Inlandsanteil zum zweiten Mal in Folge. Die Investitionen lagen mit 86 Mill. Euro unter Vorjahr (96 Mill. Euro); 58 Mill. Euro gingen nach Deutschland, vor allem in den Ausbau des Frische-Werks in Moers des übernommenen Yoghurt-Herstellers Onken und des Pizzawerks in Wittlich. Die Beschäftigtenzahl stieg um 1,7 Prozent auf 7 234 Mitarbeiter.

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