Umsatzwachstum angestrebt
Zementhersteller wollen über Preiserhöhungen gesunden

Die deutsche Zementindustrie ist durch die Flaute am Bau und Überkapazitäten in der eigenen Branche arg gebeutelt. Nach eigener Einschätzung hat sie aber die Talsohle durchschritten. Höhere Preise sollen 2006 endgültig die Wende zum Besseren bringen.

HB FRANKFURT. Wenn die Branche Preiserhöhungen wie im vergangenen Jahr durchsetzen könne, sei ein Umsatzzuwachs um bis zu 10 Prozent möglich, zitierte die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ in ihrer Mittwochausgabe den Präsidenten des Bundesverbandes der Deutschen Zementindustrie (BDZ), Andreas Kern. Beim Absatz erwartet Kern, im Hauptberuf Vorstand beim Branchenführer Heidelberg-Cement, nun ein Plus von bis zu 2 Prozent. Bisher hatte die Branche mit einem Rückgang um 2 bis 3 Prozent gerechnet. Grund für die Zuversicht sei die Erholung in der Baubranche.

Im vergangenen Jahr war der Absatz der Zementindustrie um 5,6 Prozent auf 7 Mill. Tonnen zurückgegangen, der Umsatz aber um 5,8 Prozent auf 1,8 Mrd. Euro gestiegen. Insgesamt habe die Branche mit einem kleinen Gewinn gearbeitet, sagte Kern der Zeitung. Dennoch lägen die Preise noch um 5 bis 10 Euro je Tonne unter der Marke von 70 Euro, die einen rentablen Betrieb der deutschen Zementwerke ermögliche. Die Branche kämpfe immer noch mit Überkapazitäten. Von 40 Mill. Tonnen müssten Kern zufolge noch 5 bis 10 Mill. Tonnen wegfallen, damit die Branche ihre Kapitalkosten von 5 bis 6 Prozent verdienen könne.

Die Überkapazitäten machten es schwierig, die Preise auf ein zufrieden stellendes Niveau zu erhöhen, sagte Kern. Anders als in Frankreich oder Großbritannien ist der Markt in Deutschland mit mehr als 20 Anbietern zersplittert. Kern regte an, dass sich Mittelständler zusammenschließen und gemeinsam die Produktion kürzen sollten. In den vergangenen Jahren hatte sein Heidelberg-Cement zahlreiche kleinere Anbieter übernommen.

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