Umstellung auf Elektroautos
VW plant Abbau von Jobs in „fünfstelliger Zahl“

Volkswagen plant die Umstellung auf Elektroautos. Im Zuge des Umbaus wollen die Wolfsburger langfristig mehr als zehntausend Stellen abbauen. Durch den Abgasskandal ist der Handlungsdruck noch größer geworden.

FrankfurtDer Umbau von Volkswagen hin zu mehr Elektromobilität wird nach Einschätzung des Managements zehntausende Arbeitsplätze im Unternehmen kosten. „Es geht nicht darum, ein paar hundert Arbeitsplätze abzubauen“, sagte der Personalvorstand des Konzerns und der Kernmarke VW, Karlheinz Blessing, der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (Samstagsausgabe). „Über die Jahre betrachtet, wird es weltweit um eine fünfstellige Zahl gehen.“

Fahrzeuge mit Elektromotor bestünden aus weniger Komponenten als Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor, erläuterte Blessing. „Also brauchen wir für die Fertigung langfristig weniger Mitarbeiter.“ Das wäre auch ohne den Skandal um manipulierte Motorensoftware bei Dieselautos auf VW zugekommen. „Nun ist der Handlungsdruck allerdings größer“, fügte der Personalvorstand hinzu.

Blessing bekräftigte in der „FAZ“ die Zusage des VW-Vorstands, dass es keine betriebsbedingten Kündigungen geben werde. „Aber wir werden die Beschäftigtenzahl reduzieren.“ Angesichts der wachsenden Bedeutung von Elektroautos sei es „nur eine Frage der Zeit, bis die gute Nachfrage nach bestimmten Komponenten zurückgeht“, sagte Blessing. „Nur wenn wir uns darauf einstellen, sind die Arbeitsplätze bei Volkswagen zukunftsfest.“

Der Konzern hatte im September 2015 auf Druck von US-Behörden zugegeben, weltweit in rund elf Millionen Diesel-Fahrzeugen unterschiedlicher Marken eine illegale Software eingebaut zu haben. Das Programm sorgt bei standardisierten Tests für einen niedrigeren Ausstoß von schädlichen Stickoxiden.

Der Skandal schadet nicht nur dem Image von Volkswagen. Auf den Konzern kommen auch Milliardenentschädigungen zu. Ein US-Richter billigte am Dienstag einen ersten Milliardenvergleich mit betroffenen Autobesitzern: VW zahlt ihnen 14,7 Milliarden Dollar (13,4 Milliarden Euro) an Wiedergutmachung.

Agentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur
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