Umstrittene Optionsgeschäfte
Schadensersatzklage gegen VW geht vor Gericht

Der Streit um riskante Optionsgeschäfte im Übernahmekampf von Porsche und VW geht in die nächste Runde. Ende Juni treffen sich Anleger und Konzern vor Gericht. Im schlimmsten Fall droht VW ein Milliardenschaden.
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Braunschweig/Stuttgart/WolfsburgIm Milliardenstreit um angebliche Marktmanipulationen bei der Übernahmeschlacht von Porsche und Volkswagen 2008 treffen die Gegner in knapp zwei Wochen erstmals vor Gericht aufeinander. Das Landgericht Braunschweig verhandelt vom 27. Juni an über die ersten zwei von insgesamt fünf Investorenklagen. Dabei geht es zunächst um Schadensersatzforderungen an die Porsche- Dachgesellschaft SE und eine Frankfurter Bank von rund 3,1 Millionen Euro. Gegenstand einer weiteren mündlichen Verhandlung ist eine Klage gegen die Porsche SE mit einem Volumen von 1,6 Millionen Euro.

„Bei diesen Terminen wird bereits in der Hauptsache verhandelt“, hieß es am Montag aus dem Gericht. In zwei zusätzlichen Verfahren vor der zuständigen Zivilkammer beträgt die Klagesumme zusammen mehr als 2,1 Milliarden Euro - dabei werde aber noch nicht über Zulässigkeit und Begründung möglicher Schadensersatzansprüche gesprochen. Während sich einer dieser Fälle auf die Porsche SE bezieht, ist im zweiten Fall auch die Volkswagen AG betroffen. Zunächst müsse man eine Absicherung der Prozesskosten klären, erklärte eine Sprecherin.

Einen mündlichen Verhandlungstermin zu einer fünften Klage - sie allein beläuft sich auf weitere 2 Milliarden Euro - gibt es laut Braunschweiger Gericht derzeit nicht. Sie war Ende Februar von den Kollegen des Stuttgarter Landgerichts nach Niedersachsen überwiesen worden. Urheber sind hier sieben internationale Investmentfonds.

Die hohen Prozessrisiken hatten die eigentlich geplante direkte Fusion zwischen der Porsche SE und Volkswagen vereitelt. Weil die Alternative - ein Kauf der restlichen Anteile der Porsche AG durch VW - jedoch erst Mitte 2014 steuerfrei wäre, wollen Wirtschaftsjuristen jetzt ein Schlupfloch nutzen: Sie könnten bis zu 1,5 Milliarden Euro sparen, indem VW die Übernahme des Porsche-Sportwagengeschäftes als Umstrukturierung anstatt als steuerpflichtigen Kauf ausweist.

In den gerichtlichen Auseinandersetzungen geht es um den Vorwurf der Fehlinformation und Marktmanipulation. Im Zuge des später gescheiterten Übernahmeversuchs von VW durch Porsche vor vier Jahren sahen sich Anleger über die wahren Absichten des Sportwagenbauers getäuscht und erlitten starke Verluste. Sie hatten auf sinkende Kurse der VW-Stammaktie gewettet - tatsächlich schoss der Wert der Papiere, die zu gut 74 Prozent unter Porsche-Kontrolle waren, in die Höhe.

Die Porsche SE wies Anschuldigungen zurück, mit früheren Pressemitteilungen zur weiteren Strategie des Unternehmens bei Volkswagen sei eine Irreführung der Märkte in Kauf genommen worden. „Wir halten die erhobenen Klagen für unbegründet“, sagte ein Sprecher. Der Münchner Kapitalmarktrechtler Franz Braun, der 72 einzelne Investorenklagen gebündelt hat, geht dagegen von einem Erfolg aus: „Ich bin von dem Fall natürlich überzeugt.“

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • "...sahen sich Anleger über die wahren Absichten des Sportwagenbauers getäuscht und erlitten starke Verluste. Sie hatten auf sinkende Kurse der VW-Stammaktie gewettet..." Und das, obwohl die Sache eigentlich sonnenklar war.

    Das sagt doch alles - oder? Sie haben auf fallende Kurse gewettet und lagen falsch. Statt Schadenersatz sollten die Gerichte lieber diese sogenannten Investoren zu Strafzahlungen verdonnern, weil sie mit ihren deals das ganze Finanzsystem ruinieren. Nichts anderes passiert doch gerade mit den ganzen Staatsanleihen. Und am Ende verklagen die shortseller die Euroländer, falls sich die Rettungsmassnahmen als erfolgreich erweisen...

  • [+++ Beitrag von der Redaktion gelöscht +++]

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